Surin Islands – Camping im Paradies und das Leben der Moken

Surin Islands – Camping im Paradies und das Leben der Moken

Tag 1

Nach unzähligen Reisen nach Thailand, die mich in den vergangenen 20 Jahren auch in weniger bekannte Regionen, wie den Isaan oder Sanghklabhuri, geführt haben, standen in diesem Jahr erstmals die Surin Inseln vor der Westküste Thailands auf dem Programm. Sie liegen nur gut 50 Kilometer vor der thailändischen Küste und nahe der burmesischen Grenze. Seit 1981 gehören die Inseln zum Mu Koh Surin Nationalpark.

Ich fuhr mit dem Schnellboot ab Kuraburi, einer kleinen südthailändischen Stadt, die Überfahrt dauerte ca. eineinhalb Stunden. Eine weitere Möglichkeit, die Surin Inseln zu erreichen, bietet sich ab Tab Lamu, dem Pier bei Khao Lak – dann ist man aber gute zweieinhalb Stunden auf dem Meer unterwegs.

Die Surin Inseln können im Rahmen von Tagesausflügen besucht werden, was ich nicht empfehle (später dazu mehr) oder auf Zwei-, Drei- oder Mehrtagestouren. Ich habe mich für zwei Übernachtungen auf den Inseln entschieden und bin froh darüber, denn das Wetter spielt momentan – trotz bester Reisezeit in Thailand – nicht immer mit. So habe ich die Hoffnung, zumindest ein paar tolle Fotos zu schießen.

Ich bin während der Überfahrt an Bord des Schnellbootes gemeinsam mit den Tagesgästen nach Koh Surin unterwegs und als der erste Schnorchel-Spot für diese erreicht ist und etwa 30 Gäste gleichzeitig ins Wasser springen (erster Grund den Tagesausflug zu meiden), werde ich von einem Longtailboat der Nationalpark-Behörde abgeholt und lege so die letzte halbe Stunde bis nach Koh Surin Nuea, der nördlichen Insel, zurück.

Das Wetter meint es gut und so erwartet mich die Bucht Ao Mai Yai bei strahlendem Sonnenschein in den allerschönsten Farben. Die hohen Berge sind von tiefgrünem Dschungel gesäumt und ziehen sich bis zu den schneeweißen und puderzuckerfeinen Sandstränden, die sichelförmig am Horizont erscheinen. Und dann das Meer: ich habe noch nie solch ein Blau gesehen! Es schimmert hier in allen nur vorstellbaren Nuancen im Licht der Sonne und ich kann mich nicht satt daran sehen.

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Ich steige direkt am Strand aus und kann den warmen, weichen Sand unter meinen Füßen spüren. Der Ranger bringt mich zu meiner Unterkunft für die nächsten Tage an der gegenüberliegenden Bucht, wo die Zelte des Nationalparks direkt am Strand stehen – Meerblick ist hier überall inklusive. Zeit dies alles zu genießen bleibt leider noch nicht, denn Khun Nat, meine Reiseleiterin drängelt.

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Mit dem Longtailboat geht es weiter in die Bucht von Ao Kang Chat, ins Dorf der Moken, der Seezigeuner von Thailand. Einst lebten Sie als Nomaden auf dem Meer, hatten ihre gesamte Habe in einem einfachen Holzboot, was bis zu sechs Personen ein zu Hause war. Heute sind sie sesshaft auf den Surin Inseln und weitere Gemeinschaften gibt es entlang der Südküste Thailands. Khun Nin, einer der Moken führt mich gemeinsam mit seiner Tochter Tamlueng durchs Dorf und Khun Nat übersetzt fleißig alles Wissenswerte. Wir flechten gemeinsam Armbänder nach alter Tradition und ich unterhalte mich sogar mit einer Lehrerin, die gern ihr gelerntes Deutsch praktizieren möchte.

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Das Leben der Moken ist sehr einfach, aber von einem unerschöpflichen Wissen über die Natur geprägt und so ist es nicht verwunderlich, dass beim Tsunami 2004 nicht ein einziger von ihnen sein Leben verlor. Sie wussten die Zeichen des Meeres zu deuten und flohen in die Berge – die einzig richtige Entscheidung.

Nach dem Rundgang durchs Dorf essen wir gemeinsam zu Mittag, wandern anschließend auf einer Art Naturlehrpfad und ein älteres Ehepaar musiziert und singt traditionelle Lieder. Auf die Frage nach ihrem Alter bekomme ich die Antwort: irgendwas zwischen 50 und 70 Jahren, so genau wisse man es nicht – kaum vorstellbar, dass dies hier überhaupt nicht wichtig scheint.

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Ich kaufe zur Erinnerung ein handgefertigtes Armband und verabschiede mich. Es geht zurück ins Hauptquartier und ich freue mich auf eine kalte Dusche. Zum Abendessen gibt es Fisch, Gemüse und Reis und da nur zwischen 18.00 und 22.00 Uhr Elektrizität per Generator zur Verfügung steht, ist ein traumhafter Tag früh zu Ende. Ich krabbele in mein Zelt, schaue noch einmal aufs Meer hinaus und schlafe dann auch ganz schnell ein, während der Regen nun doch noch auf mein Zelt prasselt.

Tag 2

Ich wache früh auf, höre die Rufe der Affen im Dschungel und die Vögel zwitschern. Ich treffe Khun Nat zum Frühstück und während sie Toast, Spiegelei und Kaffee genießt, habe ich mich für die thailändische Variante – Khao Thom – entschieden. Das Frühstück wird von einem heftigen Gewitter begleitet und ich sehe den Tag schon im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen. Aber als Khun Nin und sein Tochter mich abholen, ist schon wieder erstes Blau am Himmel zu sehen. Wir brechen heute mit einem der traditionellen Boote der Moken auf, es geht zu diversen Schnorchel-Spots, an denen außer uns kein Mensch ist. Wir schwimmen gemeinsam mit Clown- und Papageienfischen und sogar Korallen wachsen hier schon wieder gut, nachdem die Korallenbleiche 2010 die Unterwasserwelt um die Surin Inseln zerstört hat. Tamlueng zeigt mir ihre Lieblingsplätze und entdeckt meist als erste, eine Moräne in einer Felsspalte oder eine Schildkröte, die langsam an uns vorbei schwimmt. Es ist unglaublich wie gut sie mit ihren 13 Jahren schwimmen kann und mit dem Meer vertraut ist.

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Zwischendurch geht es zum Mittagessen zurück ins Hauptquartier und genau das ist der Moment, wo ich froh bin, allein mit Khun Nin und Tochter Tamlueng unterwegs zu sein. Etwa 100 Tagesgäste essen in verschiedenen Durchgängen zu Mittag (die Ankunft der Boote ist auf die Minute geplant), rennen anschließend für Selfies zum Strand, um dann auf dem Rückweg zum Hotel in Khao Lak oder auf Phuket nochmals zum Schnorcheln ins Meer zu springen – Surin Inseln im Schnelldurchgang…. Das ist nicht die Art des Reisens, die nachhaltig ist und Interesse an fremden Kulturen zeigt.

Nach einem erholsamen Nachmittag am Strand, den ich jetzt ganz für mich allein habe, freue ich mich auf ein ruhiges Abendessen und den morgigen Tag. Dann holen mich Khun Nin und seine Tochter wieder ab und entführen mich zu ihren Lieblingsplätzen: die Bucht der Meeresschildkröten und die Mangroven, in denen sich kleine Haifische tummeln. Außerdem zeigen sie mir, wie geschickt sie stehend ein Kanu rudern oder mit einem Speer nach traditioneller Moken Methode Fische fangen. Und ich soll dann ebenfalls einen Versuch starten – na wenn das kein Spaß wird, zumindest für Khun Nin und Tochter Tamlueng, die ganz bestimmt etwas zum Lachen haben werden…

Wollen Sie das gleiche Moken Abendteuer erleben und das verführerische Paradies Surin erkunden, dann haben wir >>> hier >>> die passende Reise.

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