Romblon – Unentdeckte Provinz voller Naturschönheiten und Abenteuer

Romblon – Unentdeckte Provinz voller Naturschönheiten und Abenteuer

Nach fünf Tagen im lebhaften Boracay ging es für mich weiter in die Provinz Romblon, die touristisch noch weitestgehend unberührt  ist. Vom Hafen in Caticlan ging es zunächst mit der Fähre in etwa zwei Stunden nach Ondiongan, auf Tablas Island gelegen. Nach einer ca. 1,5-stündigen Autofahrt durch die traumhafte Landschaft, die bereits eine friedliche, dörfliche Atmosphäre versprach, war ich nur noch eine einstündige Bootsfahrt von meinem Ziel Romblon Island entfernt. Romblon Stadt ist ein kleiner verschlafener Ort, dessen Häuser teils noch von der einstigen spanischen Kolonialmacht zeugen. Hier gibt es neben einem Italiener nur wenige, hauptsächlich philippinische Restaurants. In kleinen Straßengeschäften können Getränke, etwas zu Essen und andere Utensilien des täglichen Gebrauchs erstanden werden.

Blick auf Romblon Town

Die Unterkünfte auf Romblon sind einfach, wer also auf Komfort verzichten kann und das Abenteuer, eine weitestgehend untouristische Region zu erkunden, wagen möchte, ist in der Provinz Romblon genau richtig. Dabei ist eine gewisse Flexibilität der beste Reisebgleiter, denn Flüge können, wie ich am eigenen Leib erfahren habe, kurzfristig abgesagt werden und Fähren verspätet sein.

Romblon ist bekannt für seinen Marmor, der hier abgebaut, verarbeitet und in die ganze Welt verschifft wird. Ein Besuch in einer Marmorfabrik gehört also zum Pflichtprogramm. Außerdem können verschiedenste Marmorfiguren, die alle handgefertigt sind, erstanden werden. Wer aktiv sein möchte, unternimmt eine Wanderung zur höchsten Erhebung auf Romblon Island, von wo sich ein wundervoller Ausblick über die Inselwelt eröffnet. Ein Spaziergang entlang des naturbelassenen Bon Bon Beaches zum Sonnenuntergang ist ein einmaliges Erlebnis. Die Strände Romblons bieten gröberen Sand und sind mit Muscheln durchsetzt, sind sehr friedlich und haben mich zum Träumen verleitet.

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Auf Romblon Isloand gibt es auch ein von deutschen geführtes  Tauchresort, das Three P Dive Resort, das sich auf Tauchgänge zu Divespots mit Kleinstlebewesen spezialisiert hat, das hier in einer Fülle vorkommt, wie an kaum einem anderen Ort der Philippinen.

Auch Sibuyan Island, neben Tablas und Romblon die dritte Hauptinsel der Provinz, stand auf meinem Programm und ist noch uriger und ruhiger. Hier befindet sich mit dem Sanctuary Garden Resort aber auch das wohl schönste Resort der Region. Mehrere Häuser mit je einer Wohneinheit verteilen sich in einer weitläufigen, wunderschön angelegten, gepflegten Anlage und bieten eine private Terrasse, Klimaanlage, Fernseher und ein Bad mit Dusche und WC.

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Mit dem Mt. Guiting-Guiting befindet sich hier ein wunderbares, aber auch schwer zu bewältigendes Trekkinggebiet auf Sibuyan Island. Aber auch einfachere Wanderrouten zu Wasserfällen hat Sibuyan zu bieten. Auf Sibuyan Island entstehen erst geteerte Straßen, die Fortbewegung mit dem Auto ist also sehr zeitaufwändig und ich wurde so einige Male gut durchgeschüttelt, was ich aber dank der wunderbaren Aussichten auf die Landschaft und das Meer gern auf ich genommen habe. Ich besuchte den Lambingan Wasserfall, der im Wald gelegen ist und mit  seinem Wasser mehrere natürliche Pools füllt, die zum Baden einladen. Da ich aber nur Flip Flops trug und für den letzten Teil des Weges, der teils sehr steil ist, allerdings festes Schuhwerk von Vorteil ist, brach ich zu einer anderen Badestell auf. Um meinen Körper etwas Ruhe von der holprigen Fahrt zu gönnen, besuchte ich das Cantingas River Resort, wo ich gegen einen kleinen Obolus im herrlich klaren und kühlen Wasser des Flusses Cantingas baden konnte. Da es bereits später Nachmittag war und die Rückfahrt ins Resort etwa zwei Stunden beanspruchte, machte ich mich auf den Rückweg. Außerdem ging es am nächsten Morgen bereits um 5:00 Uhr zum nächsten Ausflug. Ziel war die einsame, vor Sibuyan gelegene Insel Cresta de Gallo, dessen Strand mindestens genauso schön sein soll, wie der White Beach auf Boracay.

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Voller Erwartungen brach ich also am nächsten Morgen zunächst mit dem Auto zum Ausgangspunkt des Ausflugs auf. Von der Küste konnte ich bereits die vielversprechende Insel sehen und konnte es kaum erwarten, bis mich das traditionelle, aber motorbetriebene Banca-Boot in etwa 40 Minuten zur Insel bringt. Das Boot brach die kleinen Wellen, weshalb es unmöglich war, im Boot trocken zu bleiben. Je näher ich der Insel kam, eröffnete sich mir eine traumhafte Kulisse, um die selbst Robinson Crusoe neidisch gewesen wäre. Cresta de Gallo besteht aus zwei Eilanden, die durch eine schmale Sandzunge miteinander verbunden sind. Das kleinere „Inselchen“ besteht hauptsächlich aus dem weißen Strand, in der Mitte befindet sich etwas tropisches Grün. Damit bildete die Insel einen malerischen Kontrast zum unfassbar klaren, verführerisch blau schimmernden Meer. Der Strand ist mit zahlreichen Muscheln und Korallenstückchen durchsetzt und bietet somit einen besonders natürlichen Charme. Ich genoss die Stunden, bevor ich wieder meinen Rückweg nach Romblon antratt, von wo ich zu meinem letzten Ziel der Reise – Manila – aufbrach.

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Mein Fazit: Die Provinz Romblon zeigt, dass die Philippinen nicht nur ein Ziel für Strandliebhaber sind, sondern auch für Aktive, Abenteuerlustige und Taucher viel zu bieten haben. Allerdings ist ein gewisses Maß an Flexibilität und Verständnis wichtig, um dieses unbekannte Paradies zu erkunden.


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