Nackt am Weltkulturerbe – schräg, peinlich oder cool?

Nackt am Weltkulturerbe – schräg, peinlich oder cool?

Respektlos, obszön, naiv oder einfach hipp . . .

In sozialen Netzwerken wie Facebook, google+ oder twitter, aber auch auf privaten Webseiten oder bei Instagram macht sich unter westlichen Reisenden gerade ein neuer Trend breit.

Nackt oder teilweise entblöst an einer Sehenswürdigkeit oder als Gipfelstürmer auf Bergen oder vor Weltkulturerbestätten posieren und sein ganz persönliches Ego befriedigen, sorgt weltweit aktuell bei einige für Kopfschütteln und Belustigung, einige Länder empfinden es aber als Affront gegen lokale Sitten, Gebräuche und Kultur und gehen hart dagegen vor.

Besonders skurril war eine Situation in diesem Jahr in Malaysia. Während eines schweren Erdbebens auf der Insel Borneo, im beliebten Trekking Gebiets des Mt. Kinabalu zogen einige Trekkinfans blank und fotografierten sich. Dass die malayischen Behörden drei Tage Gefängnisarrest wegen obszönen Verhaltens verhängten, war der eine Teil der Geschichte. Dass die Wanderern  auch die Schuld am Erdbeben durch erzürnen der Götter zugeschrieben wurde, zeigt sehr eindrucksvoll, wie gross die kulturelle Kluft auf unserem Planeten ist.

mount kinabalu trekking blank ziehen

Quelle: facebook.com/tamankinabalu

Die Wanderer führten übrigens als Begründung für Ihr Blankziehen an, dass es am höchsten Berg Malaysias in knapp 4.000 m Höhe zu heiss war. Die Behörden ließen diese Entschuldigung nicht gelten. Hier könnte man noch argumentieren, dass die Freizügigkeit inmitten  unberührter Natur gelebt wurde.

Anders verhält es sich legendären udn weltberühmten Tempelbezirk von Angkor Wat in Kambodscha. Die ehemalige Khmer Hochburg und heutiges Welterbe hat bei den Kambodschanern einen ganz besonderen Status. Der faszinierende Ta Prohm Tempel, der bis heute von tropischen Baumriesen überwuchert ist und dessen Wurzel – Architektur Mix ganz sicher eine der eindrucksvollsten Fotokulissen weltweit bildet, wird ebenfalls immer mehr zum Objekt der Selbstadrstellungslust. 2015 wurden insgesamt  sieben Touristen aus den USA und Frankreich von den Behörden festgenommen udn ausgewiesen, als sie sich in der weitläufigen Ruinen – Tempelstadt allzu freizügig ablichten liessen. In Kambodschas Presse sorgte schon vorher das Foto einer halbnackten asiatischen Frau für Aufregung.

angkor wat tempel halbnackte frau

Quelle: Phnom Penh Post

Ob dieses Foto nur seriöse Kunst oder Exhibitionismus ist, darüber entbrannte in Kambodschas Medien und Gesellschaft eine heisse Debatte. Derzeit überwiegt die offizielle Ansicht, solche Handlungen komplett aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Auch hier sehen das westliche Kulturkreise sicher differenzierter, was aber zu vermeidbaren kulturellen Konfrontationen führen kann.

Zweifellos ohne Anspruch auf große Kunst, dafür um so „berühmter“ ist der Kanadier Emil Kaminski. Mit seiner Nacktpose im Mount Everest Bermassiv am Dach der Welt in Nepal wurde er zumindest weltweit bekannt. Ob es ihm und den anderen nur um diesen Aspekt geht, ob es ein nachhaltiger Trend zu mehr Freizügkeit ist oder ob es eben nur respektlos und gesetzwidrig ist, möchten wir hier zur Diskussion stellen.

emil kaminski am mount everest massiv

Quelle: Emil Kaminski

Unsere Ansicht ist, kulturelle und religiöse Befindlichkeiten als Gast zu respektiern, denn Reisen auf Augenhöhe bedeutet für uns, das besuchte Land und seine Bewohner zu respektiern und zumindest zu versuchen sie zu verstehen und sie kennen zu lernen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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