Meine erste Asienreise

Meine erste Asienreise

Ende November hieß es für mich Koffer packen und auf in Richtung Frankfurt. Mit einem neuen A350 führte mich meine 1. Asienreise zuerst nach Bangkok. Nach einem elfstündigen Flug, welcher schneller vorbei war als gedacht, wurden wir, meine Kollegen und ich, bereits am Flughafen freudestrahlend erwartet. Als Erstes ging es für uns zum Hotel. Auf dem Weg konnte ich bereits einen ersten Eindruck von Bangkok gewinnen. Zwischen tausenden von Autos und einem Hochhaus nach dem Anderen fühlt man sich als großer Mensch einmal sehr klein. Nachdem wir also am Hotel angekommen sind und die Koffer abgestellt haben, habe ich dann unsere Partner vor Ort kennenlernen dürfen. Mit diesen gingen wir auch gemeinsam Abendessen und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben richtiges thailändisches Essen probiert. Nach dem ersten Bissen hat mein Mund gebrannt wie Feuer und ich wusste sofort, ich werde wohl noch einige Male nach Thailand fahren müssen, um mit dem thailändischen Essen vertraut zu werden. Aber die Thais waren alle sehr verständnisvoll und alle haben sich erkundigt, ob die Schärfe denn erträglich war. Die thailändische Küche ist sehr vielfältig und vor allem sehr gesund, und somit kann man sagen, verhungern wird niemand in Thailand, auch wenn man kein scharfes Essen verträgt. Schon nach den ersten Stunden in Bangkok habe ich zwei essentielle Dinge gelernt, die Thais lieben Essen und Klimaanlagen, demnach findet man beides einfach überall.

bangkok-stromkabel-03-KW

Am nächsten Tag hat es uns als Erstes in Richtung des Chao Phraya gezogen, denn von dort aus sollte unsere erste Tour starten. Auf dem Weg dorthin, war ich vor allem von einem fasziniert und wer jetzt an die Hochhäuser oder die Straßenküchen an jeder Ecke denkt, liegt komplett falsch, denn es waren die Stromkabel. An manchen Stellen führen mindestens einhundert Kabel zusammen und als Europäer fragt man sich, wie das denn überhaupt funktionieren kann, aber unsere Reiseleiterin meinte, dass es sehr selten zu einem Stromausfall in Bangkok kommt und dass dieser dann auch sehr schnell behoben ist, was man sich kaum vorstellen kann bei so einem Chaos. Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir dann an der Anlegestelle am Chao Phraya, dem wohl wichtigsten Fluss Thailands, angekommen. Von dort aus sind wir mit einem typischen Longtailboot durch die Klongs Bangkoks gefahren. Klongs sind Kanäle, welche vom Hauptfluss abführen. Ich fand es sehr beeindruckend zu sehen, wie traditionell die Einheimischen in teils heruntergekommenen Hütten direkt am Klong leben und dass mittendrin immer wieder prunkvolle Tempelanlagen zu finden sind. Hier hat man sehr deutlich die sehr erschreckenden Unterschiede zwischen Arm und Reich gesehen. Was ich allerdings noch viel beeindruckender fand, war die Art und Weise, wie die Einheimischen am Fluss leben und wie sie mit den jährlichen Überschwemmungen umgehen. Nach der Regenzeit kommt es jährlich zu Überschwemmungen des Chao Phraya und seinen Nebenflüssen. Unsere Reiseleiterin hat uns erzählt, dass vor einigen Jahren das Wasser in ihrem Stadtteil etwas außerhalb Bangkoks für eineinhalb Monate etwa hüfthoch stand. Sie sagte Sie habe sich anfangs sehr gefreut, weil dann die Fische zum Essen bis direkt vor die Haustür kommen. Während eineinhalb Monate Hochwasser in Deutschland wohl einem halben Weltuntergang nahe kommen würde und die Medien endlos darüber berichten würden, ist das für die Thais fast schon normal und sie versuchen immer das Beste aus der Situation zu machen. Diese Entspanntheit würde ich mir auch manchmal gern von den Deutschen wünschen. Während der Tour habe ich jeden Tempel mit seinen wunderschönen, kunterbunten und teils vergoldeten Verzierungen aufs Neue bewundert. Und zwischendrin sah man immer wieder Palmen, Bananenbäume und viele weitere. Wenn man wenige Stunden zuvor zwischen all den Hochhäusern stand, glaubt man kaum wie vielfältig und grün die Stadt ist. Zum Mittag waren wir bei einer einheimischen Familie eingeladen. Direkt hinter einem kleinen Laden, in einem Künstlerviertel am Klong, befand sich das Haus der Familie, wo wir reichlich bekocht wurden. Das Essen in dem Haus war eines meiner persönlichen Highlights der Reise und eine Erfahrung die ich keinesfalls missen möchte. Auf dem niedlich dekorierten Tisch fanden sich traditionelle Speisen wieder, welche auch zum Glück für mich überhaupt nicht scharf waren. Nachdem wir das kleine urige Künstlerviertel erkundet haben, welches eine der Ecken in Bangkok war, wo man keine Touristen vorfand, sind wir auf den Klongs weitergefahren. Wieder auf dem Chao Phraya angekommen sind wir vorbei am Wat Arun direkt auf den Königspalast zugesteuert, welcher unser nächstes Ziel war.

klongtour-bangkok-19-KW

klongtour-bangkok-22-KW

klongtour-bangkok-50-KW

klongtour-bangkok-89-chao-phraya-koenigspalast-KW

Der Königspalast war ein weiteres Highlight meiner Reise. Eigentlich mag ich Plätze, wo sehr viele Menschen sind, überhaupt nicht, allerdings hat mich das im Königspalst gar nicht gestört. Zwischen gefühlt einer Million Touristen habe ich mich dann durch die Eingänge begeben und war beeindruckt von dieser wunderschönen Architektur. Der Königspalast ist eine Sehenswürdigkeit, welche man nie mit Worten und Bildern erklären könnte, man muss einfach mal da gewesen sein. Die Eingänge der verschieden Gebäude bewachen zwei riesige, bunt verzierte Wächterfiguren. Nachdem wir uns teile der Anlage angesehen haben, ging es zum wohl wichtigsten Teil des Königspalastes, dem Smaragdbuddha. Die, mit seinen circa 60 cm auf einem riesigen vergoldeten Thron, fast schon winzig wirkende Figur zieht so viele Menschen an. Leider kann man die Buddhafigur nicht im Gebäude fotografieren und muss deshalb versuchen von außen diese so weit heran zu zoomen, um sie überhaupt auf dem Bild zu sehen. Nach einigen Versuchen ein Bild zu machen, welches durch den extremen Zoom nicht verwackelt ist, habe ich dann aufgegeben und mir die Figur einmal detailliert angesehen. Später im Hotel habe ich dann freudestrahlend festgestellt, dass ich tatsächlich ein Bild hinbekommen habe, auf dem man den Smaragdbuddha wenigstens ein wenig erkennt. Der goldene Umhang des Buddhas wird dreimal im Jahr vom König höchstpersönlich gewechselt. Es gibt ein Sommer-, ein Winter- und ein Regenzeitgewandt. Anschließend sind wir dann bis vor die Residenz des Königs gelaufen, denn dieser lebt nicht direkt im Königspalast, sondern in einer Residenz, in einem kolonialen Stil erbaut, direkt an die Anlage anschließend. Unsere Reiseleiterin hat uns dies vor der Residenz erklärt und plötzlich hört man hinter uns laute Schritte. Ich drehe mich also um und etwa einen Meter vor mir sehe in etwa 12-15 Wachen auf und zu marschieren. Nach einem kurzen Schockmoment bin ich dann ganz schnell zur Seite gesprungen und wir haben uns den Wachwechsel aus sicherer Entfernung angesehen.

bangkok-koenigspalast-25-KW

bangkok-koenigspalast-30-KW-waechterfigur

Nachdem wir uns die Anlage noch ein wenig weiter angesehen haben und ich kläglich versucht habe Bilder zu machen, wo nicht so viele Touristen zu sehen sind, bin ich das erste Mal in meinem Leben mit einem Tuk Tuk gefahren. Ich hatte im ersten Moment nicht erwartet, dass so ein kleines Fahrzeug so schnell fährt. Nach etwa zwei Minuten fahrt war das Erlebnis dann aber auch schon wieder vorbei, denn wir sind an der nächsten Sehenswürdigkeit bereits angekommen, dem Wat Pho. Ich hatte im Vorfeld schon viel darüber gelesen und war sehr erfreut, die 25 Meter lange, liegende Statue nun einmal mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Die Figur zeigt Buddha kurz vor seiner Erleuchtung. Es wirkt fast schon so, als sei die Figur in den Raum hineingequetscht, denn viel Platz blieb an den Enden nicht übrig, dadurch wirkt allerdings, zumindest für mich, die Buddhafigur noch gewaltiger, weil diese fast das ganze Gebäude einnimmt. Auf der Rückseite der Figur stehen 100 Opferschalen, wo man jeweils 1 Satang (der thailändische Cent) hineingeworfen hat. Dies soll Glück bringen und so haben wir dieses Spiel natürlich mitgemacht. Welches „Glück“ uns dies bringen sollte, sollte sich erst nach einigen Tagen auf Bali herausstellen.

bangkok-strasse-04-tuk-tuk-KW

bangkok-wat-pho-06-KW

Nachdem Besuch des Wat Pho, in welchem auch eine sehr angesehene Massageschule zu finden ist, sind wir mit dem Tuk Tuk weiter zum Blumenmarkt. Diesen hatte ich mir im Vorfeld komplett anders vorgestellt, denn über mehrere Straßen und in einer Haupthalle verteilt finden sich hunderte Stände mit Schnittblumen. Wie auf vielen Märkten in Thailand, ist dieser ebenfalls in mehrere Sektoren unterteilt und einem Sektor findet man sehr ähnliches. Einige dieser Sektoren sind beispielsweise Trauerblumen, Blumen zum Geburtstag, Blumen für Hochzeiten, aber auch eine Gemüseabteilung. Viele Thais kaufen auf diesem Markt Blumen für ganz besondere Anlässe. Am Abend haben wir dann in einem kleinen, sehr traditionellen Pad Thai Restaurant gegessen. Hier habe ich das erste Mal das Nationalgericht Thailands gegessen und war positiv überrascht. Es war ein Restaurant in einer kleinen Seitenstraße, unweit von unserem Hotel entfernt und wirkte von außen sehr unscheinbar.

bangkok-blumenmarkt-03-KW

Der nächste Tag begann nicht minder aufregend, wie der vorherige geendet hat. Während des Berufsverkehrs sind wir mit der Skytrain gefahren. Als die Bahn einfuhr dachte ich mir, da steigen wir doch hoffentlich nicht ein, aber falsch gedacht es hieß hinein da! Ich kannte es bisher nur aus dem Fernsehen, Szenen aus Tokio, wo die Bahn unglaublich voll ist und man sich fragt, wie die Menschen rauskommen, welche ihre Station erreicht haben und vielleicht ganz hinten stehen. Aber ich habe während dieser Fahrt gelernt, es geht doch, man muss sich einfach durchdrängeln. Ich bin nun wirklich kein Stadtmensch und bin manchmal schon in deutschen Städten komplett überfordert, deshalb war ich sehr froh von zwei sehr erfahrenen Kollegen begleitet worden zu sein. Nach einer sehr aufregenden Fahrt, sind wir dann im Stadtteil Phra Nakhon angekommen. Nach einer kurzen Bootfahrt über einen Klong, sind wir schließlich am Golden Mount oder auch Wat Saket angekommen. Die mehr als 300 Stufen bis hoch auf den künstlich angelegten Berg haben wir zuerst erklommen, um dann mit einer fantastischen Aussicht über Bangkok belohnt zu werden. Der Weg nach oben ist tropisch und eindrucksvoll gestaltet und so kommt einem der Weg auch nicht so lang vor. Auf dem Hügel befindet sich eine Chedi, welche einen Rundumblick bietet. Wieder unten angekommen ging es für uns in Richtung der ersten Essensstation für heute, denn am heutigen Tage wollten wir einmal wie die Thais an Straßenküchen und in kleinen, lokalen Restaurants zum Frühstück und Mittag essen.

bangkok-foodtour-09-markt-KW

bangkok-foodtour-11-markt-strassenkueche-KW

bangkok-golden-mount-aufgang-06-KW

bangkok-golden-mount-ausblick-16-KW

 

Auf dem Weg kamen wir auch noch einer kleinen Werkstatt vorbei, wo Opferschalen für die Mönche gefertigt wurden. Anschließend genossen wir dann frittierte Bananen und ein traditionelles thailändisches Frühstück. Was mich sehr verwundert hat, die Thais essen zum Frühstück fast dasselbe, wie zum Mittag, Abendessen und einfach immer zwischendurch. Es gab also schon zum Frühstück warmes, herzhaftes Essen, was für mich etwas vollkommen Ungewohntes war. Anschließend ging es weiter zum Wat Suthat und seiner roten Giant Swing, welche wegen Renovierungsarbeiten leider verhüllt war. Nachdem wir diesen Tempel dann passiert haben, sind wir über einen Markt spaziert. Hier gab es die exotischsten Früchte, Gemüse und natürlich ganz viele unterschiedliche Straßenküchen. Anschließend haben wir in einem traditionellen Lokal zu Mittag gegessen, hier konnte man vergebens nach Touristen suchen, denn dies war nur von Einheimischen besucht. Nach einem Mittagessen gab es als Nachspeise noch ein Eis aus frischer Kokosmilch mit Toppings. Während in Deutschland diese nicht bunt und süß genug sein können, halten es die Thais in dieser Hinsicht eher schlicht, denn hier standen Nüsse, Graupen, Geleebohnen und ähnliche Sachen auf dem Programm. Nach dem erfrischenden Eis ging es für uns dann wieder zum Chao Phraya, um das letzte Stück unseres Weges auf dem Fluss zurückzulegen. Hier konnte ich noch einmal den Königspalast, den Wat Arun, zahlreiche Tempel und viele Hotels vom Fluss aus betrachten. Unter der berühmten Taksim-Bridge endete dann unsere Vormittagstour.

bangkok-fertigung-opferschalen-moenche-04-KW

Den Nachmittag wollten wir nun individuell verbringen und entschieden uns  eines der berühmtesten Kaufhäuser Bangkoks zu erkunden. Hierzu fuhren wir mit der Skytrain nach Sukhumvit. Hier findet man zahlreiche, riesige und teils auch wahnsinnig teure Einkaufszentren. Wir entschieden uns für das MBK, dies ist ein gigantisches Kaufhaus auf sechs Etagen. Dies klingt wohl für viele wie ein wahr gewordener Traum, allerdings für mindestens genauso viele wahrscheinlich auch wie ein Albtraum. Also Shoppingliebhaberin brauchte ich da nicht lang überlegen, in welche dieser zwei Kategorien ich mich wohl einordnen würde. Voller Vorfreude wollte ich mich also in das Getümmel stürzen, jedoch war ich schneller wieder draußen als gedacht. Schon nach gefühlt einer Minute hatte ich die Orientierung verloren und nachdem ich kurz ein Souvenir gekauft habe, wollte ich nur noch raus aus dem MBK. Es war mir schlichtweg zu groß und ich wurde quasi erschlagen von diesem riesigen Angebot, dementsprechend war ich überfordert und habe das Weite gesucht. Dafür habe ich dann draußen das schöne Wetter genossen und mich ein wenig auf dem Vorplatz umgesehen. Meine letzten Stunden in Bangkok waren gezählt und so habe ich den letzten Abend noch einmal genossen. Am Abend sind wir mit dem Boot zum Asiatique gefahren, dies ist zu vergleichen mit einem modernen Einkaufszentrum, welches nicht überdacht ist. Hier gibt es ebenfalls zahlreiche Restaurants und Unterhaltungsshows. Die Gebäude waren alle in einem kolonialen Stil gestaltet und es gab reichlich Auswahl an Souvenirs.

Nach einem gelungenen, entspannten Abend hieß es am nächsten Morgen Koffer packen und weiter geht die Reise! Mit vielen Eindrücken, zahlreichen Bildern und neuen Erkenntnissen über eine für mich völlig fremde Kultur hätte ich nie erwartet, dass mich an meinem nächsten Reiseziel ein noch größeres Abenteuer erwartet. Es heißt also gespannt bleiben.


Die Kommentare sind geschloßen.