Meine erste Asienreise – Teil 2

Meine erste Asienreise – Teil 2

Das Abenteuer geht weiter…

Von Bangkok aus führte mich meine Reise nach Bali. Ich war schon ganz gespannt, da Bali eine komplett andere Erfahrung sein wird, als Bangkok. Auf Bali angekommen, wurden wir als erstes zum Hotel gefahren. Unser erstes Hotel befand sich in Ubud, das wunderschöne Maya Ubud. Direkt am Resort fließt ein Fluss und man hat zwischenzeitlich fast das Gefühl, man sei in einem echten Dschungel. Die weitläufige Hotelanlage bietet einen Wellnessbereich, einen kleinen Wasserfall und ein tolles Restaurant und alles mit einem traumhaften Ausblick in die Natur. Bei einer Erkundung der Hotelanlage bin ich auch das erste Mal in meinem Leben einer riesigen Spinne begegnet, nun ja für Spinnenexperten war diese wahrscheinlich mittelgroß, jedoch für mich war sie erschreckend groß als ich sie entdeckt habe nur etwa 50 cm von mir entfernt. Das war für mich definitiv zu nah und ich habe erst einmal das Weite gesucht. Eigentlich sagt  man immer, dass diese Tiere mehr Angst vor dem Menschen haben als man selber vor ihnen haben muss, aber in diesem Fall war ich glaube ich der ängstlichere Part, denn die Spinne hat unsere ungewollte Begegnung überhaupt nicht interessiert, demnach sollte ich an diesem Tage den kleinen Wasserfall des Resort nicht sehen, denn die Spinne war zu nah am Weg für meine Verhältnisse.

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Nur wenige Stunden nach unserer Ankunft in Bali, sollte unser gewonnenes „Glück“ aus dem Wat Pho in Bangkok, in Erfüllung gehen, denn die Insel wollte uns auf eine ganz spezielle Art und Weise herzlich willkommen heißen und zündete ein regelrechtes Feuerwerk. Der heilige Vulkan Agung ist nur wenige Stunden nach unserer Ankunft auf Bali zum ersten Mal seit 1963 ausgebrochen. Am Anfang war ich diesbezüglich ziemlich entspannt, was wahrscheinlich an den Balinesen lag, denn diese waren alle auch sehr entspannt und haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Mehr als 120000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Ich war immer wieder erstaunt wie oft ich in diesen Tagen Hilfstransportern gesehen habe. Diese haben die evakuierten Menschen vor Ort versorgt und jeder Balinese hat versucht mitzuhelfen. Auch wenn sie selbst nicht viel haben, haben sie teils für die evakuierten Einheimischen gekochtes Essen oder Grundnahrungsmittel gebracht. Ebenfalls hat man immer wieder Autos mit Regierungsangehörigen, begleitet von Polizei, gesehen, welche sich ein Bild von der Lage vor Ort am Vulkan machen wollten. Zwischenzeitlich wurde ich doch ein wenig unruhig, als mein Kollege beim Abendessen erzählt hat, was der Vulkan eigentlich für eine gewaltige Zerstörungskraft hat.

Am Tag nach unserer Ankunft stand Sightseeing auf dem Tagesprogramm. Bei strahlendem Sonnenschein ging es auf zum Pura Ulun Danu. Angekommen an dem eindrucksvollen Tempel direkt am Bedugul Vulkansee durften wir eine traditionell balinesische Opfergabenzeremonie eines Dorfes miterleben. Jedes Dorf ist dazu verpflichtet mindestens zweimal pro Jahr so eine Zeremonie abzuhalten, demnach hatten wir sehr großes Glück genau an so einem Tag dort zu sein. Es war sehr eindrucksvoll anzusehen, wie das gesamte Dorf in weiß-gelber Kleidung gekleidet und teils mit Kopfschmuck und Schirmen geschlossen zum Tempel laufen. Aus einer gewissen Entfernung konnten wir die verschiedenen Teile der Zeremonie miterleben. Geopfert wurden größtenteils Blumen und Früchte, welche in kleinen Schalen aus Bananenblättern hübsch angerichtet waren. Nach der Zeremonie gibt es ein Festmahl für das Dorf, wo die Opfergaben gerecht unter allen Dorfbewohnern aufgeteilt werden. Anschließend fuhren wir durch die wunderschöne Landschaft Balis mit ihren hunderten Reisterrassen bis hin zu einem Aussichtspunkt. Leider konnten wir an diesem Aussichtspunkt nichts als Wolken sehen, da sich das Wetter deutlich verschlechtert hat, was allerdings in der Regenzeit völlig normal ist. Deshalb gab es für uns leider keine schöne Aussicht auf die Vulkanseen und Reisfelder, dafür haben wir in einem lokalen Restaurant zu Mittag gegessen. Danach ging es für uns weiter zum Pura Tirta Empul, dem Wasserquellentempel. Hier gibt es eine Wasserquelle und man kann sich in dem Tempel mit diesem heiligen Wasser auch waschen, was sehr viele Gläubige auch tun, für Touristen ist ein Schauspiel diese dabei zu beobachten. Anschließend ging es zurück in unser Hotel.

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Am nächsten Tag haben wir als Erstes die Elefantenhöhle Goa Gajah besucht. Die Höhle ist ein wichtiger Punkt für die Gläubigen um zu beten. Im Allgemeinen sind die Tempel Balis in drei Farben geschmückt: schwarz, rot und weiß/gelb. Diese stehen für die drei hinduistischen Gottheiten Brahma, Shiva und Vishnu. Nach dem Besuch des Tempels haben wir an diesem Tag und den darauffolgenden für unsere Gäste die Hotels auf ihre Qualitätsstandards überprüft und nach neuen Hotels gesucht und wir sind auch fündig geworden, es heißt also gespannt bleiben für unsere Gäste. Im Allgemeinen waren die Inspektionen in den Hotels zu unserer höchsten Zufriedenheit, jedoch ist mir ein Hotel besonders in Erinnerung geblieben, in diesem haben wir auch eine Nacht verbringen dürfen. Dieses Hotel ist das Candi Beach Resort. Direkt am Strand gelegen hat mich die weitläufige Anlage beeindruckt. Hier findet man so wohl einen mittleren Standard, aber auch die sehr luxuriösen Poolvillen und einen extravaganten Spabereich. Dieser einzigartige Mix hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Von der Anlage aus, habe ich auch das erste Mal den Vulkan Agung mit einer Aschewolke sehen können.

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Sonst war der Vulkan die ganze Zeit verhüllt und jeder hat gebannt darauf gewartet, wann man ihn sehen kann. An einem anderen Tag konnte man diesen sogar noch viel besser sehen, als an diesem Morgen. Aus sicherer Entfernung konnten wir da auch einige Bilder machen. Zwischenzeitlich konnte man ein wenig Lava erkennen. Während ich lieber in sicherer Entfernung war, wäre mein Kollege wahrscheinlich am liebsten in einen Helikopter gestiegen und über den Krater geflogen, was natürlich aus Sicherheitsgründen nicht möglich war. Während der Hotelbesichtigungen sind wir sehr vielen hilflosen Urlaubern begegnet. Unsere Gäste waren in Sicherheit und so konnten wir in Hotels auch anderen Gästen von anderen Reiseveranstaltern behilflich sein. Was ich sehr erschreckend fand, war die Tatsache, dass mache Reiseveranstalter und Fluggesellschaften einfach gesagt haben, es ist höhere Gewalt, kann man nichts machen. Andere Fluggesellschaften und Reiseveranstalter haben jedoch gezeigt, dass es auch anders geht. Teils haben uns hilflose Urlauber angesprochen, sie hatten keine Infos bekommen und wussten nicht, wie sie nach Hause kommen sollten. Wie ich finde ist dies ein Ding der Unmöglichkeit in unserer modernen Welt, geprägt von Technik, ist es fast schon eine Leichtigkeit einen Transfer zum nächstbesten Flughafen zu organisieren oder eine Information an die Kunden zu schicken. Der Vulkan führt auch bei uns zu einem Flugchaos, da wir unsere Heim- bzw. Weiterflüge erreichen wollten. Unsere Partner vor Ort haben ihr Bestes getan und so waren wir immer auf dem neusten Stand, was die Windrichtung, in welche die Aschewolke im Moment zieht und welche Flughäfen dadurch betroffen waren, mögliche Flugalternativen und vieles weitere betraf. Sobald ein Abflughafen nicht mehr möglich war wegen beispielsweise einer Windrichtungsänderung oder weil die Flüge ausgebucht waren, wurde uns Minuten später eine Alternative angeboten. Am Ende unserer Reise waren wir sicherlich bei Plan Z, jedoch wurde jedem wie selbstverständlich geholfen. In den Hotels hat sich jeder als Erstes erkundigt, wie lange wir denn eigentlich vor hatten auf der Insel zu bleiben und es wurde uns immer wieder angeboten, dass wir doch in dem jeweiligen Hotel ein paar Nächte bleiben könnten. Jeder hat versucht das Beste aus der Lage zu machen und so wurde an jeder Ecke geholfen und jedes Problem schnellstmöglich versucht zu lösen. Im Allgemeinen kann man von Glück reden, dass durch den Vulkan noch keine Menschen zu Schaden gekommen sind und dass er in der Nebensaison ausgebrochen ist, da es in der Hochsaison wahrscheinlich ein riesiges Chaos ausgelöst hätte. Bis auf ein paar kleine Momente war die Reise auch sehr entspannt trotz der angespannten Lage, wohingegen Daheimgebliebene sich wohl tausendmal mehr Sorgen gemacht haben, als ich.

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An meinem eigentlichen Abflugtag gab es dann doch noch eine Überraschung, der Flughafen hat wieder aufgemacht und einige Fluggesellschaften haben den Flughafen auch angeflogen. Dementsprechend habe ich etwa eine Stunde bevor ich zum Flughafen musste erfahren, dass ich nun am heutigen Tage fliegen kann. Das sollte also mein erster Langstreckenflug ganz alleine sein. Zuvor hatte ich ja meine Kollegen als Begleitung. Da meine Kollegen aber noch ein weiteres Ziel in Indonesien erkundet haben, hieß es schnell Abschied nehmen von der vielfältigen Insel. Viele Gedanken konnte ich mir dementsprechend kaum machen, ob ich das denn alles allein hinbekomme. Und im Nachhinein kann ich sagen, alle Sorgen wären unbegründet, denn es lief alles problemlos ab. Nun aber zu meiner Abreise auf Bali. Für mich steht fest, es war definitiv nicht mein letzter Besuch auf Bali, denn dazu habe ich viel zu wenig von der Insel gesehen. Auf dem Flughafen erwartete mich eine riesige Menschenmasse und somit hieß es Anstehen. Dieses verbrachte man jedoch nicht untätig denn man sprach über das Hauptthema, natürlich den Vulkan. Eine Mutter hinter mir in der Schlange erzählte mir von ihren Erlebnissen. Diese sollte bereits vier Tage zuvor von Bali abreisen. Mit ihren beiden Töchtern, welche etwa fünf Jahre alt waren, ist sie an jedem Tag zum Flughafen gefahren und hat sich erkundigt, ob es denn Flüge geben würde. Jeden Tag musste man sie wieder zurück zum Hotel schicken. Am Schalter bangten dann die beiden Kinder, dass sie endlich nach Hause dürften und tatsächlich es waren drei Plätze frei. Die Freude und Erleichterung war demnach riesig. Die junge Mutter hatte ebenfalls keine Informationen von ihrer Fluggesellschaft und ihrem Reiseveranstalter erhalten und war glücklich dies dann endlich selbst geschafft zu haben. Obwohl ihr Urlaub demnach gerade beendet war, bräuchte sie wahrscheinlich aufgrund des vielen Stresses der letzten Tage noch einmal Urlaub. Demnach konnten alle Passagiere sicher zurück und zu meiner Verwunderung war meine Maschine nicht voll. Aufgrund der hohen Anzahl an Touristen am Flughafen auf Bali dachte ich, dass die Maschine sicher sehr voll sein wird, aber da hatte ich mich wohl geirrt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Bangkok ging es für mich wieder zurück ins kalte Deutschland, womit meine Reise leider schon vorbei war und ich somit nur noch in Erinnerungen schwelgen konnte. Aber Bangkok und Bali macht euch gefasst, ich komme wieder!

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