Ein Tag mit Vietnam Airlines am Frankfurter Flughafen

Ein Tag mit Vietnam Airlines am Frankfurter Flughafen

Ich musste mich zwar zu wirklich unchristlicher Zeit aus dem Bett quälen um nach Frankfurt an den Flughafen zu kommen, doch kann ich getrost sagen: Es hat sich gelohnt! Denn der neue Dreamliner B787 von Vietnam Airlines ist schon ein wahres Schmuckstück.

Das war auch der Grund für meine Fahrt nach Frankfurt, denn  Vietnam Airlines und der Flughafenbetreiber Fraport haben zu einem spannenden Programm geladen, bei dem sowohl die Besichtigung der neuen Maschine, dem Dreamliner B787, als auch eine Tour über den Flughafen lockte.

Angekommen am Flughafen in Frankfurt, erwartete mich schon das quirlige Gewusel der Passagiere und der Angestellten, was mir immer so ein schönes Gefühl der Vorfreude auf eine Reise gibt. Doch heute hieß es mal nicht wegzufliegen. Vorbei an schick gekleideten Stewardessen ging ich zum Treffpunkt im Terminal 1, zum Besucher-Empfang in Abflughalle C. Dort traf sich unsere kleine Gruppe und nach einer herzlichen Begrüßung konnte es auch direkt losgehen. Wie wenn es auf Reisen geht musst wir natürlich auch erst mal durch die Sicherheitskontrolle, bevor wir mit der eigentlichen Tour starten konnten. Dann wurde jeder mit einer schicken gelben Warnweste ausgestatten und die Fahrt im Bus über das Gelände bei strahlendem Sonnenschein konnte beginnen.  Vorbei am Terminal 1 und zahlreichen geparkten Flugzeugen ging es auf Tour über das Vorfeld und einmal rund um den Flughafen. Natürlich haben wir auch viele spannende Dinge zum Flughafen und den Terminals erfahren.  So sollen beispielsweise die zwei bisherigen Terminals durch ein drittes Terminal erweitert werden. Für den Bau des künftigen Terminals 3 sind schon die Vorbereitungen im Gange und so sind wir schon an einigen Bauabschnitten vorbeigekommen, doch der eigentliche Bau an sich ist erst für das Jahr 2023 geplant. Das neue Terminal wir dann gegenüber der zwei Terminals entstehen und durch eine Bahn verbunden sein.

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Auf dem Vorfeld angelangt, sahen wir schon von weitem das leuchtende Türkis der Vietnam Airlines Maschine blitzen. Natürlich hieß es dann Stop und ab ins Flugzeug. Doch ganz so einfach ist das nicht, denn ohne einen Genehmigung, beziehungsweise ohne ein gültiges Flugticket ist es Verboten auf dem Vorfeld aus dem Bus auszusteigen. Aber es war ja für alles gesorgt, denn extra für unsere Gruppe hatten wir eine Sondergenehmigung und konnten dann unter den strengen Augen der Flughafensecurity über die Treppe ins Flugzeug einsteigen. Oben angekommen nahmen wir den Dreamliner hautnah unter die Lupe. Schlichte Eleganz in zarten Beigetönen erwartete uns in der Business Class, die in Fischgrätenmuster bestuhlt ist und so eine komfortable Ruhezone schafft. Wie bei anderen Airlines auch, ist die Business Class mit Full-Flat Sitzen ausgestatten, hat 15,4 Zoll Bildschirme, Audio/Video on Demand und kostenfreies WLan. Gleich nach der Business Class schließt dann die getrennt durch eine Küche und die Toiletten die Premium Economy Class an. Ganz in Blau gehalten zeigt die 2-3-2 Bestuhlung einen wirklichen Mehrwert gegenüber der Economy Class. Der Sitzabstand ist mit 107 cm und 18 cm Sitzneigung sehr komfortabel. Zudem darf man wie in der Business Class auch anstelle von 30 kg Freigepäck 40 kg mitnehmen. Außerdem sind die Preise für die Premium Economy nicht exorbitant teuer, sodass man sich den Aufpreis gerne mal gönnen kann. Die Economy Class ist durch eine extra Wand von der Premium Economy Class getrennt, jedoch in denselben Farbtönen gehalten. Die Bestuhlung ist 3-3-3 und der Sitzabstand beträgt hier 82 cm. Ein besonderes Highlight bei Vietnam Airlines sind die dimmbaren Fenster. Jeder Passagier mit Fensterplatz kann sich so je nach Belieben die Fenster in verschiedenen Farbschattierungen tönen und hat mehr Möglichkeiten als zwischen Jalousie unten oder oben. Super cool fand ich, dass wir einen Blick ins Cockpit werfen durften, wo Knöpfe, Schalter, Regler und Bildschirme das Bild dominieren.

Business Class
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Über die Treppe nach unten und kurz noch ein Bild von draußen gemacht, hieß es wieder einsteigen und die Bustour ging weiter vorbei an der Start- und Landebahn, an den Gebäuden zahlreicher Speditionen und am Frachtzentrum Nord. Hier werden die täglich unzählige Tonnen Waren be-und entladen, denn Frankfurt ist, nach Paris, Europas zweitgrößter Frachtflughafen.

Von Obst, Gemüse über Pharmazeutische Produkte bis hin zu lebendigen Tieren wird hier alles angeliefert.  Um die verschiedenen Waren auch Produktgerecht zu lagern gibt es zahlreiche verschiedene Bereiche, so findet man in den riesigen Lagerhallen Kühlkammern in unterschiedlichen Kältestufen sowie Räume die beheizbar sind, das sogenannte Perishable Center mit rund 9.000 Quadratmetern, sowie eine Tierstation und ein Gefahrgutlager. Wir erfuhren beispielsweise auch, dass erst vor einigen Tagen eine junge Eisbärdame aus Russland eingeflogen wurde um dann von Frankfurt ihre Weiterreise per LKW in den Zoo nach Hannover anzutreten.

Wir fuhren auch an den riesigen Tanklagern vorbei, in denen unzählige Tonnen von Kerosin gelagert ist, um die Flugzeuge in Windeseile wieder mit Treibstoff für den Weiterflug versorgen zu können. Dann hatten wir noch das Glück, das gerade der Siegerflieger,  mit dem die deutsche Nationalelf, sowie zahlreiche Olympioniken geflogen sind, am Gate stand und wir einen kurzen Blick darauf werfen konnten. Einen absolut spannenden Moment erlebten wir bei einer Lufthansa Maschine, die gerade enteist wurde. Denn normalerweise bekommt, man als Passagier von dieser Prozedur so gut wie nichts mit und wir konnten aus nächster Nähe miterleben, wie alle beweglichen Teile der Maschine mit einem speziellen Enteisungsmittel eingesprüht wurden. Wie Nebel waberte das Mittel dann über die Tragflächen und hinterließ einen rosaschimmernden Film. Diese Prozedur muss kurz vor dem Start durchgeführt werden, denn falls die Maschine noch zu lange stehen würde, besteht die Gefahr, dass einzelne Teile der Maschine wieder eingefrieren können.

Auch erfuhren wir vielen Zahlen und Daten rund um den Flughafen, wie beispielsweise das im Jahr 2016 rund 61 Millionen Passagiere abgefertigt wurden, das es am Flughafen rund 81 km Gepäckband gibt, 221 Flugzeugabstellpositionen, der Flughafen von 24 Airlines angeflogen wird, das die Spedition Schenker einen riesigen Bereich ihres Lagers nur für Boeing Ersatzteile hat und noch vieles mehr.

Wieder am Terminal 1 angekommen, gingen wir in einen der zahlreichen Konferenzräume, die man auch mieten kann. Dort wartete bereits eine Stärkung auf uns, es gab eine leckere Suppe, die super lecker nach Kokosnuss geschmeckt hat und Hühnchen süß-sauer mit Reis. Bevor ich meine Heimreise nach Wittenberg antrat erfuhren wir noch in kurzen Präsentationen mehr zum Flughafen, zu Vietnam Airlines und zu Vietnam.

Mein Fazit: Es war ein super spannender Tag, mit tollen Einblicken hinter die Kulisse des größten Flughafens des Landes.

Wer auch gerne mal ein Blick hinter die Kulissen des spannenden Flughafenbetriebes werfen möchte, hat die Chance an einer Flughafenführung teilzunehmen. Mehr Informationen dazu findet ihr hier.

 


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