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Zwischen Sundasee & Polynesien Teil 2

Zwischen Sundasee & Polynesien Teil 2

Misool Island

Angeblich um 02.42 Uhr erreichten wir unser erstes Ziel in Raja Ampat – was so viel wie das Gebiet der vier Königreiche bedeutet – die Insel Misool. Unsere Mitreisenden wurden vom fieren der Ankerkette aufgeschreckt, wir  wieder einmal nur vom viel zu früh klingelnden Wecker um 06.45 Uhr. Dass wir keinen Sonnenaufgang miterleben würden, war mittlerweile  ein „running gag“ auf der Ombak Putih, dass die Anderen bislang nicht ein einziges Mal die Sonne zum Sonnenaufgang sehen konnten, war die Antwort der Götter darauf.

Gegen 8.00 Uhr mahnte die Schiffsglocke zum Aufbruch und mit den Beibooten der Ombak Putih fuhren wir zu vier unscheinbaren, spärlich bewachsenen Felsinseln aus pechschwarzem Granitfels. An der Einfahrt stockte uns dann zum ersten Mal der Atem und das trotz fehlendem Sonnenschein und wolkenverhangenem Himmel. Vor uns tat sich eine Lagune auf, die jedes Paradiesklischee sogar unter diesen Wetterbedingungen bediente. Eine riesige, tropische Badewanne mit drei Eingängen, 28 Grad warmes Wasser, schneeweißer, feiner Sand im seichten Wasser, in dem sich tausende bunte Korallenfische und einige Stachelrochen tummelten und Papageien und Eisvögel ihren lautstarken Kommentar beisteuerten. Dazu ein kleiner, versteckter Traumstrand, der auch den letzten emotionalen Eisberg zum schmelzen brachte. Das war die Kulisse, von der aus wir auf Erkundung der Unterwasserwelt gingen. Diese war nicht minder dramatisch und atemberaubend. Farbenprächtige Unterwassergärten und steil abfallende Riffhänge und dazu ein Artenreichtum an Fischen, Schnecken, Farnen und und und . . .

Zurück an Bord wurde dann auch ziemlich schnell der Anker aufgeholt, denn wir hatten es zeitlich mit der Erkundung etwas übertrieben. Aber warum diese Eile? Was sollte denn noch kommen, was dieses Erlebnis toppen kann? Zwei Fragen, die  nach gut 2 Stunden beantwortet waren. Die Ombak Putih fuhr durch die faszinierende Felsenwelt der südlichsten, der Hauptinseln von Raja Ampat. In der Mittagssonne tauchte dann ein Bajo Dorf, traditionell auf Stelzen im Wasser gebaut, am Horizont auf. Pittoresk am Fuße eines der abertausenden Kalksteinfelsen gebaut schien es das Ziel des Tages zu sein, zumal auch seine Umgebung mit palmengesäumten Stränden und dicht bewachsenen Mini Inseln sowie einer geschützten Ankerbucht perfekt für einen Aufenthalt schien. Aber wir dampften einfach vorbei und warfen ca. 30 Minuten später vor einer Kulisse Anker, die nicht aufregender war, als das, woran wir bisher vorbeigefahren waren.

Wir ließen uns also überraschen, als die Beiboote der Ombak Putih mit uns ablegten und wir auf die grün-schwarze Felsenwand zuhielten. Nach einigen Minuten Fahrt öffnete sich vor uns eine Welt, wie aus einer anderen Zeit, wie von einem anderen Stern, wie von einem Künstler als das Paradies arrangierte Lebenswerk.

Nennen wir sie „Mushroom Bay“, denn unter der abertausenden Felsformationen ließen die kleinen, von Wind und Salzwasser zu übergroßen Pilzen geformten Vulkan- und Kalksteinfelsen unsere Münder am meisten offen stehen. Dazu das smaragdgrüne Flachwasser, die schier unglaubliche Pflanzenwelt an den schroffen und steilen Felswänden, angefangen von ziemlich cleveren Pitcher Plants (Kannenpflanzen), über wilde Orchideen bis hin zu Palmen, die scheinbar aus Felsspitzen zu wachsen schienen.

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Weitestgehend unbekannt sind die primitiven Felsmalereien, die etwa 7000 – 8000 Jahre alt sein sollen und die sich in zwei bis ca. sieben Meter Höhe befinden. Weder die genaue Herkunft, noch über die Menschen, die sie angefertigt haben, gibt es gesicherte Erkenntnisse, Vermutungen und Fantasien dagegen viele.

Und last but not least – eine Unterwasserwelt, die durch viel Plankton in der starken Strömung zwischen den ganzen Steinen  und Felsformationen zwar nicht so gut sichtbar war, wie an den vorherigen Schnorchelplätzen, aber dennoch atemberaubend vielfältig und bunt war. Die Unterwasserstars sind aber zweifellos die zahlreichen Delfine und die scheuen Riffhaie. Letztere bekamen die meisten von uns leider nicht vor die Taucherbrille.

Dieses vor Wellen geschützte Seegebiet vor der Ostseite der Insel Misool gehört definitiv zu den schönsten Wasserlandschaften des Planeten. Urzeitliche Naturkräfte und die Elemente Wasser, Wind in Kombination mit den biologischen Möglichkeiten  eines extrem fruchtbaren, immer warmen Klimas haben hier einen Mikrokosmos geschaffen, den man gesehen haben muss. Dabei fallen wie aus dem Bilderbuch gemalte Strände, die es zwischen einigen kleinen Felsen gibt, fast schon gar nicht mehr ins Gewicht. Leider

Diese heile Welt ist bis heute weitestgehend unentdeckt und intakt und sollte von zwei Dingen: Massen und Rucksacktourismus verschont

und interessierten, verantwortungsbewussten Individualisten vorbehalten bleiben, die nichts mitnehmen, außer Bildern im Kopf und die nichts hinterlassen außer Fußabdrücken im Sand. Wir nahmen uns an dieser Stelle eins vor, dass wir von Asiamar alles tun werden, um Menschen die Gelegenheit zu geben, dieses Paradies zu erleben, aber nur unter der Bedingung, dass sie uns unterstützen, es auch zu erhalten.

Wir wären gern länger geblieben und hätten die Inselwelt gern mit dem Kajak erkundet. Aber der tropische Himmel öffnete seine Pforten auf dramatische Art und Weise und schüttete Milliarden Liter Wasser über uns aus und außerdem warteten noch so viele Orte, die wir für Euch erkunden und daraus neue Reisebausteine formen wollten. Und leider ist selbst die schönste Arbeit . . .  Arbeit und kein Wunschkonzert!

Apropos Konzert – das gab es dann doch noch, am selben Abend. Eine musikalische Reise durch die Inselwelt Indonesiens. Aufgeführt auf dem Vorschiff der Ombak Putih, und voller Inbrunst vorgetragen durch die Crew des Schiffes. Und es zeigte uns einmal mehr, dass neben all den spektakulären Naturschönheiten, den unentdeckten Paradiesen, den atemberaubenden Landschaften die Menschen des indonesischen Archipels das Herz wirklich berühren . . .

 

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Misool Island

Sonnenaufgang, der nächste Versuch. Da wir uns nicht wirklich von unserer Mushroom Bay trennen wollten, ohne noch ein Paar echte „Angeberbilder“ mit viel Sonnenlicht für die Webseite und den Katalog geschossen zu haben, war der Plan für Samstag, es doch einmal um 05.45 Uhr mit dem Sonnenaufgang zu versuchen  und mit einem der Beiboote und den ersten Sonnenstrahlen bei stahlblauem Himmel unvergessliche Motive mit idealem Licht einzufangen.

Leider hatten wir den Plan ohne den Wettergott gemacht, der den Tag viel lieber mit bedecktem Himmel und Regen beginnen wollte. So fügten wir uns und fuhren zum eigentlichen Ziel des Tages, der Tomulol Bay weiter. Die Crew der Ombak Putih ging unglaublich weit vom Scheitel der Bucht vor Anker, denn diese ist fest in chinesischer Hand. Endlos scheinende Bojenfelder mit abertausenden Leinen und noch mehr Käfigen, prall gefüllt mit Austern versperren nicht nur den Weg zum Scheitel, sondern werden mit Militär und Hightec Equipment bewacht, um Zuchtperlen für den chinesischen und japanischen Markt  „herzustellen“. Von den unglaublichen Profiten kommt vor Ort leider fast nichts an. Die Arbeiter, die unter erbärmlichen Bedingungen zusammengepfercht auf dem Wasser inmitten der Bojenfelder in primitiven Overwater Camps leben und ohne Einhaltung ohne irgendwelcher Sicherheitsvorschriften unter Wasser arbeiten müssen sind nur eine traurige Seite der Medaille. Ebenso gehört dazu, dass diese „Massenproduktion“ von Perlen ökologisch katastrophale Folgen hat und den natürlichen Lebensraum der urbanen Tiere und langfristig auch der Menschen zerstört. Dass den chinesischen Betreibern die kulturellen Belange der Menschen vor Ort egal sind, ist dabei eigentlich nur eine weitere, traurige Randnotiz.

Unsere Meinung: Menschen können auf Pelze verzichten. Dasselbe gilt auch für Perlen und um es  komplett zu machen, nehmen wir Edelsteine gleich mit auf die Boykottliste, wenn sie mit Quecksilber oder anderen schädlichen Stoffen ausgewaschen werden.

Uns ging es um den Besuch eines echten Naturwunders, einer riesigen Tropfsteinhöhle, im Scheitel der Tomulol Bay. Für den Besuch dieser Höhle bedarf es der Erlaubnis der Einheimischen, eigentlich aber der Betreiber der Perlenfarmen und so stoppten wir mit den Beibooten an einem der Arbeitercamps, um zwei lokale Begleiter aufzunehmen.

Und schon die Einfahrt in den Fjord im Scheitel der Bucht hellte unsere Stimmung auf und die Lagunen im Fjord sind von solcher Schönheit, dass für uns klar ist, dass Tourismus ein fester Bestandteil zur Unterstützung der Menschen vor Ort werden muss, um dieses faszinierende Stückchen Erde nicht der skrupellosen Perlenzuchtindustrie zum Frass vorwerfen zu müssen.

Die Farben des Wassers, die Formen der kleinen Inselchen und Felsen im Fjord und zu guter Letzt die etwa 600 m lange und bis zu 30 m hohe Tropfsteinhöhle, an deren Eingang eine heilige Grabstätte wacht und die nur durchschwommen werden kann, sind von so unglaublicher Faszination und Schönheit, dass auch sie in die Rubrik „nicht von dieser Welt“ gehören. Und man hat dieses Paradies  unangetastet für sich.

Auf der Rückfahrt begegneten uns – wie auf Hintour auch – Delfine, die sich einen Spaß daraus zu machen schienen, vor und hinter uns zu spielen und immer, wenn die Kameras aufnahmebereit waren, abzutauchen und uns zappeln zu lassen. Wir genossen diese „Spielchen“ und verließen in einem tropischen Regensturm, der das Wasser waagerecht nur gallonenweise vom Himmel schießen ließ, die Tomulol Bay und damit auch die Insel Misool in Richtung Norden und damit tiefer in die Inselwelt von Raja Ampat.

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Pyianemo Island & Gam Island

Wieder einmal Sonntag und natürlich keine Pause, denn die Zeit rennt nicht nur sprichwörtlich. Vier neue Reiseprogramme, die nach den bisherigen Erlebnissen sinnvoll erscheinen, können eigentlich nur hier durchgeplant werden, damit Ihr in Zukunft nicht die Unwägbarkeiten das Paradieses, sondern das Beste in der optimalen Reihenfolge erleben könnt. Logistik klingt wenig romantisch, ist in diesem Teil der Welt aber der alles entscheidende Faktor. Den Rest erledigt das Paradies wie von selbst.

Nachdem das Gewittergrollen des letzten Abends aufgehört hatte, der Wind auffrischte und die Nacht sternenklar war, wuchs die Hoffnung, dass uns der Morgen mit blauem Himmel und Sonnenschein begrüssen würde. Und was bekamen wir? Bedeckten Himmel und Regen . . . nicht der beste Start in den Tag, der das Foto Highlight der Tour werden sollte.

Von unserem Ankerplatz und damit von aussen betrachtet, wirkte Piyanemo Island (Hidden Island) weder besonders schön, noch besonders einladend. Schroffe, grauschwarze, hohe Felsen, spärlicher bewachsen als das, was wir bis jetzt kannten und schwarzblaues, tiefes Wasser bis an die Felsen.

Mit den Beibooten fuhren wir durch einen schmalen Eingang und was von außen wie eine Insel wirkte, präsentierte sich von innen wie ein löchriger Käse. Am einfachen Holzsteg angekommen, führten etwa 250 Stufen steil aufwärts. Oben angekommen präsentierte sich der löchrige Käse als einzigartige Konstellation aus Lagunen, kleinen Felsinseln,  Korallenbänken, weißen Stränden, sandigem Untergrund, tropischem Bewuchs – eine unglaubliche Komposition, die man mindestens einmal, eigentlich aber nicht oft genug im Leben gesehen haben kann, selbst bei schlechtestem Wetter.

Ein Ort zum Staunen, ein Ort, der alle Klischees tropischer Trauminseln bedient und ein Ort, an dem man eine Schönheit geniessen kann, die nur die Natur erschaffen kann.

Aber leider galt auch hier und das, obwohl Sonnenschein erst am Nachmittag zu erwarten war, weiterziehen, denn es lag noch viel vor uns. Auf der Rückfahrt zur Ombak Putih fesselte uns ein jagender Schwertfisch, der schlussendlich seine Beute zwischen den Zähnen hatte und dies bei einem mächtigen Sprung aus dem Wasser zeigte.

Die Crew  ging Anker auf und wir fuhren bis zum Westzipfel der Insel Gam, an dem ein Kanal die Hauptinsel von einer unbewohnten Mangroveninsel trennt. Im Kanal gingen wir inmitten dieses unberührten Naturparadieses vor Anker. Seeadler, Milane, Papageien im und über dem dichten Dschungel an beiden Seiten des Schiffes, intakte Mangroven soweit das Auge reicht und eine Unterwasserwelt mit riesigem Fischreichtum. Das war der Ort für den Nachmittag. Die Sonne zeigte mittlerweile ebenfalls, was sie am Äquator zu leisten vermag und machte unsere Rücken zu echten Wildwasserrevieren, weshalb die etwas zweistündige Entdeckungstour im Mangrovenkanal nicht nur eine willkommene, sondern dringend nötige „Erfrischung“ im 28 Grad warmen Wasser war. Danach hiess es schnell Anker auf und Fahrt zur letzten Station des Tages, der Einfahrt zu berühmten Kabui Bay  der Insel Waigeo.

Und als ob der heutige Tag nicht spektakulär genug war, legte die Sonne die Kür des Tages hin und bot uns im Zusammenspiel mit unglaublichen Wolkenformationen ein Sonnenuntergangsspektakel der Extraklasse. Dass aus diesen atemberaubenden Wolken mit dem Dunkelwerden der Regen tonnenweise ausgeschüttet wurde, konnte die Stimmung nicht mehr trüben. Was für ein Tag.

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Kabui Bay & Wallace Channel

Finstere Nacht, 04.30 Uhr am Morgen und zwei schreckliche Ereignisse. Wecker Klingeln und die freundlicher Erinnerung der Crew, dass wir uns für heute etwas vorgenommen hatten. Und irgendwie meinten es die Wolken des gestrigen Abends zu gut und schütteten sich weiter über uns aus. Mit den Schlauchbooten ging es in die Dunkelheit und nach genau zwei Sekunden führte sich der gestrige Versuch, unser Dschungel Outfit trocken zu bekommen, ad absurdum. Das Einzige was in den nächsten drei Stunden trocken bleiben sollte, waren die Kameras im wasserdichten Sack, ansonsten gab es  tropische Dusche und Wäscherei gratis.

Ziel der Bootsfahrt und anschließenden, etwa 45minütigen Dschungelwanderung – auch in tiefster Dunkelheit – waren zwei Beobachtungsstellen für den Roten Paradiesvogel. Diese einzigartige und faszinierende Vogelgattung kommt nur im austro-indonesischen Raum vor, oder genauer in einem ganz kleinen Teil Nordaustraliens, in Papua Neuguinea und auf den Molukken, wobei Indonesien mit ca. 90 –  95 Prozent der insgesamt 39 Arten den mit Abstand größten und auch fotogeneren Teil dieser fliegenden Exoten beheimatet.

Komplett vom Regen durchgewaschen erklommen wir die abenteuerliche „Beobachtungsplattform“ – einhundert Prozent umweltfreundlich und einhundert Prozent unsicher aus Bambus zusammengebunden und harrten der Vögel, die da kommen mögen. Und trotz des „Mistwetters“ hatten wir das riesige Glück insgesamt drei männliche Rote Paradiesvögel zu sehen und obwohl kein Weibchen zu sehen war, zeigten sie ihr so einzigartiges Verhalten:

  • Tanzrevier säubern
  • Federn reinigen
  • Tanzen

Was für ein Morgen und alle Strapazen waren vergessen, obwohl der Tag noch einige bereithalten sollen. Zunächst hieß es Anker auf und ein erneuter Versuch, die Klamotten in diesen Breiten trocken zu bekommen, was sich wieder als sinnloser Versuch herausstellen sollte.

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Die Ombak Putih wagte sich tiefer hinein in die riesige Kabui Bay, die einem Binnenmeer gleicht und irgendwann am Vormittag fanden wir uns an einem Eingang zum Wallace Kanal, benannt nach dem britischen Naturforscher, der hier seine Theorien zur Artenentwicklung und Evolution entwickelte. Dieser Kanal, der die Inseln Gam und Waigeo trennt, ist eine wilde Passage zwischen Kalk- und Vulkansteininseln, in denen man sich ohne perfekte Ortskenntnis komplett verliert und die einen paradiesischen Irrgarten bilden, in dem Nashornvögel, Kakadus, Papageien, Schildkröten, Haifische und eine unglaubliche Farbenpracht die Sinne in ihren Bann ziehen.

Auf unserer Erkundungsfahrt erregte eine simple Holzplattform hoch über einem Dschungelgipfel einer der hundert Eilande im Kanal unsere Aufmerksamkeit. Nachdem wir etwas Trinkwasser und neue Foto Batterien aufgenommen hatten ging es zurück und durch steile, scharfe Felsspalten, über Luftwurzeln und einen extrem steilen Pfad fanden wir den Weg zur Aussichtsplattform. Der Ausblick war einfach gigantisch und unsere Entdeckerfantasien, die beim Vorbeifahren geweckt wurden, fanden eine Realität, die diese weit übertraf. Ein Ort am Ende der Welt, so friedlich und einsam, nur Vögel, Dschungel und ein weiterer Mikrokosmos aus Inselchen und Felsen, der uns wieder einmal die Sprache verschlug.

Wieder einigermaßen unversehrt am Fuße des Berges angekommen, wurden die Risse in den Hosen und die kleinen Verletzungen gezählt, die dieser Erkundung als Opfer dargebracht wurden und alles, was in mühevoller Arbeit einigermaßen getrocknet war, sah aus wie frisch gewaschen und dies ohne einen Tropfen Regen. Das Paradies kann auch eine physische Herausforderung sein. Am Abend wurde nur noch der Ankerplatz gewechselt, um am nächsten Morgen einen noch schlimmeren Weckzeitrekord aufzustellen, aber davon morgen mehr.

Waigeo (Tapokreng) – Mios Kon – Yanbuba / Kri / Mansuar

Ein perfekter Tag – kann auch um 03.30 Uhr anfangen. Leichter Mondschein, das Kreuz des Südens am Nachthimmel und mit zwei Schlauchbooten entlang der unberührten Küste der Insel Waigeo, die sich nicht einmal als dunkle Silhouette abzeichnet. Plötzlich eine Kursänderung und im Licht der Taschenlampen erkennt man eine kleine Bucht, deren Schönheit erst bei Tageslicht sichtbar werden sollte.

Ein Sprung ins flache Wasser, den weichen Sand unter den Füssen und dann heißt es schlangenbissfeste Schuhe anziehen, denn es für etwa 60 Minuten wandern wir durch den dichten Dschungel Papuas zum ersten Höhepunkt dieses sehr jungen Tages. Um uns herum die Dunkelheit und die Akustik dieses Naturschauspiels, das sich Nacht für Nacht wiederholt. Der lautstarke Mix, den Nachtvögel, Insekten und Reptilien produzieren ist faszinierend. Die Gruppe kommt auf dem schweißtreibenden Marsch voran und vor den ersten Sonnenstrahlen erreichen wir den Beobachtungspunkt.

Ein weiterer Paradiesvogel, der kleine, extrem vorsichtige, dafür lautstarke und besonders farbenprächtige „Wilson Paradiesvogel“ ist das Ziel und für die nächsten 90 Minuten herrscht Schweigen im Unterstand.  Gut getarnt warten wir auf die Dämmerung und dann lässt sich ein Männchen an seinem angestammten „Schauplatz“ blicken. Akribisch entfernt er Blätter vom Urwaldboden und schafft sich so Raum für seinen Werbungstanz, denn es geht um sehr viel, die Braut für die nächste Paarung.

Zwei Weibchen kommen kurz an seinen Platz und beobachten kritisch seine Aktivitäten. Nach wenigen Sekunden ist die Entscheidung gefallen.  Die beiden Vogeldamen entscheiden, nach einem anderen „Helden“ Ausschau zu halten und fliegen davon. Er aber gibt nicht auf, macht sich noch intensiver bereit für einen möglichen Brauttanz, putzt „sein Heim“ noch intensiver und wirbt lautstark um Beachtung. Für uns und unsere Kameras ein Fest, für ihn am Ende eine Enttäuschung.  Heute wird sein Werben nicht belohnt, wir dafür umso mehr.

Mit der vollständig aufgegangenen Sonne verschwindet dann auch er in die Baumwipfel, aus denen sich seine eigenen Artgenossen, Nashornvögel und Kakadus lautstark bemerkbar machen.

Wir treten den Rückweg an und im Tageslicht übt der Dschungel Papuas seine Faszination noch einmal in voller Pracht aus und als sich das „grüne Wunder“  am Meer öffnet zeigt auch die einsame Bucht, an der wir angelandet waren, was Naturschönheit bedeutet. Schneeweisser Puderzuckerstrand, seichtes Wasser, tausende angespülte Muscheln, eingerahmt von schwarzen Felsen und der immergrünen tropischen Kulisse.

Aber dieser Tag gibt zum Abschied alles und wartet noch mit zwei Mini Inselgruppen auf, die einmal mehr nicht von dieser Welt zu sein scheinen.

Mios Krang ist über Wasser nicht viel mehr als ein dicht bewachsener Felsen mit einem schneeweißen Kasuarinen Strand. Unter Wasser ist dieser Felsen dann von Korallengärten umgeben, die weiter reichen, als man an einem Tag unter Wasser schnorcheln kann. Im gleißenden Sonnenlicht zeigte sich die ganze Farbenpracht und Vielfalt dieser betörenden Welt mit abertausenden Fischen. Kaum aus dem Wasser an Bord zurückgekehrt, wurde der Anker gelichtet und Kurs auf den optischen und Erlebnishöhepunkt des Tages gesetzt. Die Kontraste aus dem tiefen Blau des Pazifiks, den schneeweißen Stränden und dem grünsten vorstellbaren Grün von Kri, Yanbuba und Manunsar machten einfach nur stumm. Dann hieß es:  Köpfe wieder  ins Wasser, dieses Mal bei extrem starker Strömung zwischen den Inseln aber dafür auch mit einer einzigartigen Vielfalt aus Großfischschwärmen, Haien, Schildkröten und Muränen. Hier wurde klar, warum Raja Ampat zu den Top 5 der Tauchreviere weltweit gehört.

Aus den üblicherweise etwa 90minütigen Erkundungstouren im Wasser wurden fast drei Stunden, aber der spektakuläre und unvergessliche Höhepunkt erwartete uns hinter der Insel Kri. Das Wasser wurde immer seichter, die Farben wechselten von Blau über Grün bis Türkis in allen Schattierungen und vor uns ragten  Mini Sandinseln, etwa 30 cm hoch, aus feinstem, weißen Sand aus dem Wasser und bildeten die perfekte Kulisse für einen sehr emotionalen Abschied aus dem Paradies.

Diesen machte die Crew nach Rückkehr an Bord noch etwas schwerer. Man trieb uns wieder in die Beiboote um die Ombak Putih unter vollen Segeln als Fotomodell vor die Linse zu nehmen. Einfach unvergesslich. Dass sich auch die Sonne optisch in Höchstform verabschiedete und den Himmel brennen ließ, verkam fast schon zur Randnotiz.

Sorong – Makassar – Bali

Der Tag des Abschieds, aber auch des Anfangs. Und was gibt es da zu sagen.  Wir haben ca. 25 Inseln erkundet und sind voller neuer Ideen. Wir haben neue Partner vor Ort gefunden, um noch mehr Abenteuer und Entdeckerreisen, noch individueller und noch aufregender für Euch auszuarbeiten.

Aber noch liegen allein in dieser Region mehr als 400 Inseln unentdeckt und warten darauf, dass wir sie für Euch zugänglich machen. Wer würde da nicht am liebsten gleich weitermachen?

Zum Glück haben wir aber so viele „Neuheiten“ im Gepäck, dass wir auch gar nicht mehr warten können, Euch diese vorzustellen und deshalb geht es jetzt erst einmal Stück für Stück zurück. Aber nicht, ohne unseren Raja Ampat Sticker als Beweis für diese  einzigartigen Entdeckungen mitzubringen und natürlich auch nicht ohne über 5.000 Fotos, von denen wir Euch hier schon ein paar zeigen.

Was ist aber die wichtigste Erkenntnis für die Zukunft? Aus unserer Sicht Folgendes:

Verantwortungsvoller Individualtourismus, der die Einheimischen einbindet, bringt zwar Veränderung, aber er erhält mehr und schafft Wertschätzung für die Umwelt und das Erbe, das es  zu bewahren gilt. Und er schützt die Umwelt vor Zerstörung. Und genau dieser Maßstab gilt für alle unsere Reiseangebote in dieser einzigartigen, aber euch zerbrechlichen Region, die zweifellos zu den aufregendsten des Planeten gehört.

Vom neu gebauten Flughafen Sorong  flogen wir mit Garuda Indonesia (im Inland absolut zu empfehlen) über Makassar nach Bali, um dort am nächsten Tag intensiv mit unseren Kollegen alle Zukunftsplanungen zu koordinieren.

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Bali

In dieser Vorweihnachtszeit zeigt sich auf der Götterinsel, wie fragil Tourismus ist, weil er leider allzu oft auch Spielball von oft nicht ehrlichen  Interessen ist.

Was ist passiert? Einer von hunderten, aktiven Vulkanen in Indonesien, der Gunung Agung hatte im November das gemacht, was Experten von ihm erwartet hatten. Er hatte Magma aus seinem Inneren freigegeben, Asche, Rauch und Wasser in die Luft  geschickt und für 3 Tage zur rein vorsorglichen Schließung des Flughafens Bali geführt. Offenbar die Sensationslust der massenmedialen Welt machten aus diesen eher völlig alltäglichen Vorgängen ein Ereignis, das Bali als Katastrophenzone erscheinen ließ, während die Menschen auf der Götterinsel sich damit beschäftigten, perfekte und herzliche Gastgeber zu bleiben und den Menschen zu helfen, die vorsorglich von den Hängen des Vulkans evakuiert worden waren.

In der Welt der Medien waren dagegen fast 60.000 Menschen gestrandet und es konnte der Eindruck entstehen, dass es sich dabei ausschließlich europäische und amerikanische sowie australische Besucher handelte und alle ums nackte Überleben kämpfen mussten und ihre Heimat vielleicht nie wiedersehen würden. Die Wahrheit, dass nur wenige hundert ihre Flüge verschieben / verändern mussten und viele auf Kosten der Hotels auf Bali weiter die herzliche Gastfreundschafft genießen konnten, durfte dabei schon mal untergehen.

Sehr lesens-, auf jedem Fall sehr nachdenkenswert, falls einmal wieder Hysterie ausbricht ist der Artikel der TAZ: http://www.taz.de/!5463962/

Und für alle, die immer noch gern an nicht vorhandene Katastrophen glauben, hier der 7 / 24 Zugang zum live ergötzen: https://www.youtube.com/watch?v=jQnh4Ly1Xpc

Unsere Kollegen flogen mit gemischten Gefühlen zurück. Gemischt deshalb, weil Nachrichten leider nicht immer das sind, was sie sein sollten: objektiv und neutral.

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Zwischen Sundasee & Polynesien Teil 1

Zwischen Sundasee & Polynesien Teil 1

– Ein Meeresabenteuer, das selbst ein brodelnder Vulkan nicht überschatten konnte –

Eigentlich sollte diese Reise ganz im Zeichen dieser einzigartigen Seereise zu entlegenen Inseln und vergessenen Orten längst vergangener Jahrhunderte stehen. Der Agung Vulkan auf Bali schien aber einen anderen Plan mit uns zu verfolgen und wollte offenbar beweisen, dass aufregende Reiseerlebnisse in Asien nicht automatisch nur an ganz entlegenen Orten entstehen können. Nach wochenlangem „Grummeln“ zeigte der heilige Agung dann Ende November, was alle Pessimisten von ihm sehen wollten, Asche, Magma, Wasserdampf . . .

Und so bekamen wir schon auf Bali die einzigartige Gelegenheit, dieser urzeitlichen Naturgewalt beiwohnen zu dürfen. Allerdings hatten wir dadurch auch das mehr als zweifelhafte Vergnügen, die medialen Untiefen der Vulkanberichterstattung zu erleben und so wurden wir durch Online Nachrichten- und Zeitungswebseiten aus 13.000 km Entfernung darüber aufgeklärt, wie verzweifelt die Lage auf der Insel gerade war, auf der wir völlige Normalität erlebten.

Und selbst die von britischen Panikmachern ausgemachten 58.000 (mindestens) gestrandeten Urlauber waren einen Tag nach Wiedereröffnung der Flughäfen und ca. 3.500 beförderten Ausländer später wie von Geisterhand verschwunden. Wir haben dem Agung gedankt und sind, anders als geplant, nicht über Makassar, sondern über Surabaya nach Ambon geflogen und waren wie geplant am 02.Dezember im wohl bekanntesten Ort der Gewürzinseln, wie die Molukken auch genannt werden. Und hier beginnt unsere Geschichte.

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Ambon

Ein altes holländisches Sprichwort sagte vor etwa 400 Jahren, dass auf den Spice Islands das Geld sprichwörtlich an den Bäumen hängt. Inspiriert von vielen – romantischen – Geschichten aus der Vergangenheit, ist es schon länger unser Plan, diese Region mit sinnvollen Reiseideen für unsere Gäste interessant zu machen.

Leider verhinderten tragische Ereignisse in den Jahren 1999 / 2000 eine strukturelle Entwicklung. In diesen zwei dunklen Jahren der Geschichte zündeten vormals friedlich miteinander lebende Nachbarn sich gegenseitig die Häuser an, erschlugen sich gegenseitig, steckten Kirchen und Moscheen in Brand und ließen auch sonst nichts unversucht, um aus Ambon Stadt und den Dörfern ein Bürgerkriegsgebiet zu machen. Und der Grund?

Religiöser Fanatismus auf Seiten der Christen und Moslems, selbsternannte Heilbringer und Botschaftsverkünder stürzten die sonst so friedlichen, fröhlichen und herzergreifend lieben Menschen in eine Tragödie. Es dauerte bis 2012, bis die Wunden verheilt waren, aber der Rückschlag war gigantisch.

Heute sind sowohl in Ambon Stadt, dem wichtigsten Eingangstor zu den Molukken, als auch in den Dörfern der Insel die Wunden verheilt, aber Ambon Stadt selbst ist optisch ungefähr so attraktiv wie eine Betonblock. Dafür sorgten allerdings Japaner und Alliierte im Zweiten Weltkrieg, der den kolonialen Charme der Holländer wegbombte. Bis auf die Franziskuskirche und den Ehrenfriedhof der Gefallenen gibt es nicht wirklich etwas zu sehen. Unser Hauptfotomotiv waren die Fahrradrikschas und etwas, was uns die nächsten Tagen immer wieder überwältigen sollte, die herzlichen Menschen . . .

Ambon City – wir kommen. Das war der Plan. Was wir nicht ganz bedacht hatten, dass in diesem Teil der „christlichen Welt“ der Sonntag noch wirklich heilig ist. Und so war in der Umgebung unseres Hotels nahezu alles geschossen, ausser eine Apotheke, die wir allerdings auch dringend benötigten.

Wir entschieden uns für herumstreifen. Das „Stadtzentrum“ ist überschaubar und auch nicht wirklich attraktiv. Neben den schon erwähnten und wirklich  auffälligen und fotogenen Fahrradrikschas, die einem auf Schritt und Tritt begegnen, ist das chaotisch lebendige Hafenviertel (Achtung nichts für Hygienefanatiker) auf jeden Fall einen Streifzug wert. Aber wirklich einzigartig sind die „Duftshops“ – in denen angebliche Luxusparfüms aus riesigen Flaschen oder Kanistern in Haushaltsmengen nach Wahl abgefüllt werden. Hier spürt man das erste Mal die Nähe zu den Gewürzen und Düften der Welt, die Namen an den Kanistern klingen nach weiter Welt, die Düfte sind eher sehr regional . . .

Am Nachmittag waren wir dann aber sehr brav und folgten der lokalen, christlichen Gemeinde zum Gottesdienst in die Franziskus Kathedrale von Ambon, die immer einen Besuch wert ist, in Verbindung mit einem Gottesdienst aber auch für weniger religiöse Gemüter ein Muss.

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Ambon & Cruise

Die Rezeption unseres – sehr mittelmäßigen – Swissbelhotels war für 09 Uhr als Treffpunkt auserkoren worden, um dann zur Ombak Putih zu fahren, dem 40 Jahre alten Holzsegler, der uns in den kommenden Tagen durch den vergessenen Teil der indonesischen Inselwelt bringen sollte. Die übrigen Mitreisenden – Holländer und Amerikaner – fanden sich auch ein und um Punkt 09 Uhr erfuhren wir, dass die Ombak Putih nicht auslaufbereit war, da am Sonntag in Ambon auch kein Hafenamt gearbeitet hat und kein Bunkern von Wasser und Diesel möglich gewesen sein soll . . .

Guter Einstand, aber die Crew machte  das Beste daraus und so kamen wir in den kommenden fünf Stunden in den Genuss einer wirklich eindrucksvollen Ambon Inseltour, die man jedem nur empfehlen kann.

Fort Amsterdam, Gedächtniskirche, lachende Kinderaugen, Nelken und Muskatnuss, eine fast 600 Jahre alte Moschee, die durch übernatürliche Kräfte über Nacht ihren Standort verändert haben soll und unglaublich fröhliche, kamerafreundliche Menschen und fesselnde Geschichten aus der Vergangenheit bescherten uns eine kurzweilige und extrem informative Tour. Die wichtigste neue Redewendung war dabei: „Bole Foto“ – auf den Molukken unbedingt nötiges Vokabular.

Nach unserer Rückkehr in die Stadt ging es dann auch direkt in den Hafen und auf den Phenisi Schoner und dann ging alles auch ganz schnell und unsere Erkundungstour in unbekannten Gewässern begann.

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Manipa Island

Nach unserem ersten Sonnenuntergang an Bord, versuchten uns unsere Mitreisenden auf den angeblich viel spektakuläreren Sonnenaufgang neugierig zu machen. Das gelang genau bis zu dem Punkt, an dem die Zeit ins Spiel kam. Früh aufstehen hiess für die meisten an Bord 05.30 Uhr. Nicht mit uns, das war klar und so verpassten wir den ersten Sonnenaufgang, was sich eher als Glücksfall, denn als Nachteil herausstellte. Denn vom bedeckten Morgenhimmel bekamen wir so gar nichts mit. Uns bot sich eine  wildromantische Bucht eingebettet in von endlos vielen, komplett intakten Mangroven in denen die Menschen nach jahrhundertealten Traditionen mit Speeren fischten oder Netze auswarfen. Um das paradiesische Bild zu komplettieren, segelte ein Adler über die Bucht.

Aber wir waren ja zum Arbeiten hier, nach ungefähr 100 Fotos in alle Richtungen des Ankerplatzes begann der Teil des Tages, der Grund für die Anreise nach Manipa Island war: die Menschen, das Leben, die Traditionen sowie die Flora und Fauna von Manipa Island, einer kleinen, vergessenen Insel  am Ende der Welt.

Wie vergessen die Insel bis heute ist, erklärte uns Arie, unser indonesischer, unersetzlicher Tourbegleiter, plakativ  mit der Antwort auf die etwas provokante Frage, was wir tun, wenn wir krank sind . . .

Ohne die Antwort abzuwarten, gab es auf der 300 Meter langen, durch die Sümpfe gebauten provisorischen Pier die Erklärung, wie es an diesem Ende der Welt abläuft.

Der Dorfälteste stellt sich mit einem UKW Handfunkgerät an die Spitze des Stegs und versucht mit einer irgendwann vorbeifahrenden Fähre in der Ferne Funkkontakt zu bekommen. Und mit viel  Geduld und Glück landet dieses oder ein von ihr benachrichtigtes Schiff dann am Dorfpier an. Und ebenso wird verfahren, wenn auf einer der Nachbarinseln eingekauft oder etwas verkauft werden soll . . .

Telefon,  Internet sind Dinge aus einer anderen Welt, die die Menschen auf Manipa aus dem Satelliten Fernsehen kennen, das auch diesen Teil der Erde dank Elektrizität erobert. In dieser so reinen Abgeschiedenheit wirken die bunten Superman- und Fußballshirts vom FC Barcelona der Kids fast wie schräge Satire aus einer anderen Galaxy.

Auf diesen Inseln wächst kein Reis, Nahrungsgrundlage ist Sago, Manjok, Papaya, Bananen sind allgegenwärtig. Dazu Guaven und Kokosnuss und natürlich Nelken und Muskatnuss.

Das von uns besuchte Dorf stellt aber etwas her, wonach die Crew des Schiffes und halb Indonesien ganz verrückt sind. Hochreines und einhundertprozentiges Manipa Eukalyptusöl wird auf ganz traditionelle Weise in einfachsten Destillerien im Rauch von Erdfeuerstellen und unter Palmstrohdächern gewonnen und gilt als Heil- und Hilfsmittel für und gegen alles. Wir spürten, dieser Teil Indonesiens ist noch einmal eine Welt ganz für sich. Und dieser Eindruck sollte an jedem noch kommenden Tag bestätigt werden.

Am eindrucksvollsten waren aber auch hier die Menschen, ihre Herzlichkeit, Offenheit und Neugier an allem Fremden. Glückliche  Menschen, die Werte nicht in Geldbeträgen messen und die täglich beweisen, dass das, was wir Probleme nennen, allzu oft lächerliche Einbildung verwöhnter, egoistischer und verweichlichter Menschen sind, die den Bezug zu den wahren Herausforderungen der Welt verloren haben.

Diese Erfahrung sollte uns die gesamte Reise begleiten und ist Grund genug, Manipa und die vergessenen Inseln zu besuchen. Mit diesen Erlebnissen und ganz großen Erwartungen im Gepäck traten wir die nächste, lange See-Etappe an. Ziel Boano Island und ein weiterer,  farbenprächtiger Sonnenuntergang verabschiedete den Tag.

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Boano Island

Der nächste Morgen war gleichzeitig der nächste Versuch unserer Mitreisenden, einen aufregenden Sonnenaufgang zu erleben, was allerdings genauso zum Scheitern verurteilt war, wie am Tag zuvor. An diesem Tag kam ein weiterer Grund hinzu. In der Nacht schaukelte die Ombak  Putih unaufhörlich, denn die kleine Insel gegenüber von Boano Island, hinter der die Crew vor Anker gegangen war, bot zu wenig Schutz und durch den eigentlich als Ankerplatz auserkorenen Kanal zwischen zwei Inseln pfiff der Wind so stark, dass die Crew sich für den Platz an der Insel entschied.

Wir hatten uns vom Schwell in den Schlaf schaukeln lassen und waren um 07.30 Uhr zwar wieder bei den letzten, aber selbst das war zu früh, da sich die Sonne an diesem Morgen noch nicht zeigen wollte. Dies aber nur, um ab etwa 09 Uhr mit äquatorialer Kraft alles zu geben und zu zeigen, was in ihr steckt. Zu genau dieser Zeit landeten wir in einem kleinen Dorf auf Boano Island an.

Es war Ebbe, die Dorfbewohner trieben in der Lagune die Fische vor sich her, um den gemeinsam den Fang einzubringen. Wir wateten durch das flache Lagunenwasser, um an Land zu gelangen, vorbei an fischenden Kids, farbenprächtigen Seesternen im nur zentimetertiefen Wasser und begegneten einer Seeschlange, die froh zu sein schien, von uns in Ruhe gelassen zu werden.

Auch in diesem Teil der Molukken war das Lachen nicht aus den Gesichtern der Menschen zu bekommen. Jedes Foto wurde bejubelt und eine unfassbare Erinnerung jagte die andere.

Es bleibt zu hoffen, dass der Versuch, dies auf Fotos festzuhalten gelungen ist, aber selbst das beste Bild kann die Atmosphäre, wie wir sie auf Boano Island erlebten, nicht wiedergeben. Aber seht einfach selbst.

Damit nicht genug. Die kleine Insel, vor der unser Schiff vor Anker lag, entpuppte sich im gleißenden Sonnenlicht als ein Traum über und unter Wasser, ein Puderzuckerstrand aus dem Bilderbuch, das Grün der Palmen saftiger als jede irische Wiese und das Blau darum herum ein Blau in allen Schattierungen der Farbskala und dazu eine Unterwasserwelt, der uns ganz spontan ein „WOW“ entlockte.

Nachdem wir über Wasser als Entdecker unterwegs waren, war die Zeit gekommen, die marine Flora und Fauna zu erkunden. Die Erwartungen waren hoch, da die Gewässer um die Molukken und um Westpapua (früher Irian Jaya) als die artenreichsten und klarsten in jeder Hinsicht gelten. Und wir wurden nicht enttäuscht, Hart- und Weichkorallen aller Farben, Größen und Schattierungen, steile Felskanten und ein „Inselriff“ mit abertausenden Fischen, Garnelen, Langusten und als Highlights eine riesige Muräne und eine Seeschildkröte. Mehr Nikolaus geht einfach nicht.

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Seram Island – Sawai Village

Nachdem uns die Crew in einer nächtlichen Doppelschicht an das nördliche Ende der riesigen Insel Seram gebracht hatte, fiel am Donnerstag kurz nach 07 Uhr der Anker in einer weiten Bucht, direkt vor dem traditionellem Dorf Sawai, das zumindest teilweise noch ganz ursprünglich auf Pfählen gebaut ist und von dem Zugang zum National Manasela von Norden aus besteht. In drei bis vier Stunden kann man durch den vollständig unberührten Primärwald an dieser Stelle von Nord nach Süd wandern. Ein Aufstieg zum Berg Binaia, der mit 2527 m der höchste Berg in den Molukken und ebenfalls Teil des Nationalparks ist, erfordert dann aber noch einmal deutlich mehr extra Zeit. In den Flüssen des Nationalparks tummeln sich heute noch urzeitliche und furchteinflößende Krokodile, die aber dennoch nicht für den Namen der Insel verantwortlich ist.

Seram bedeutet etwas frei übersetzt die „Insel der Furcht“  und er kommt von der heute offiziell nicht mehr existierenden Gruppe  der Kopfjäger. Von drei einheimischen Dschungelführern begleitet, ging es für uns durch dichten Primärwald. Anders als z.B. auf Sumatra gibt es auf den Molukken keine größeren Säugetiere und auch keine Affen und von den seltenen Baumkängurus bekamen wir keins zu sehen. So begnügten wir uns mit drei riesigen Nashornvögeln, die weit über unseren Köpfen hin und herflogen und sich über uns lustig zu machen schienen.

Unser Dschungel Trekking endete an einem gut gemeinten, aber wie wir fanden, schlecht gemachten Projekt zweier Amerikaner. Sie hatten sich vor Jahren das Ziel gesetzt, gefangene und verletzte Kakadus und Papageien zu pflegen, an die Freiheit zu gewöhnen und dann wieder auszuwildern. Bei unserem Besuch war davon nichts zu sehen und wir fanden den Zustand eher erbärmlich als lobenswert. Für uns leider eines von vielen Privatprojekten, das offenbar aus einer Laune heraus entstand und dem eine Vision und vor allen Dingen die nötige Ernsthaftigkeit fehlt.

Ursprünglich war noch ein zweiter Erkundungstag rund um Sawai geplant. Dieser wurde aber zugunsten eines Tages mehr in Raja Ampat geopfert, was sich schon am nächsten Tag glänzende Idee erweisen sollte.

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Meine erste Asienreise – Teil 2

Meine erste Asienreise – Teil 2

Das Abenteuer geht weiter…

Von Bangkok aus führte mich meine Reise nach Bali. Ich war schon ganz gespannt, da Bali eine komplett andere Erfahrung sein wird, als Bangkok. Auf Bali angekommen, wurden wir als erstes zum Hotel gefahren. Unser erstes Hotel befand sich in Ubud, das wunderschöne Maya Ubud. Direkt am Resort fließt ein Fluss und man hat zwischenzeitlich fast das Gefühl, man sei in einem echten Dschungel. Die weitläufige Hotelanlage bietet einen Wellnessbereich, einen kleinen Wasserfall und ein tolles Restaurant und alles mit einem traumhaften Ausblick in die Natur. Bei einer Erkundung der Hotelanlage bin ich auch das erste Mal in meinem Leben einer riesigen Spinne begegnet, nun ja für Spinnenexperten war diese wahrscheinlich mittelgroß, jedoch für mich war sie erschreckend groß als ich sie entdeckt habe nur etwa 50 cm von mir entfernt. Das war für mich definitiv zu nah und ich habe erst einmal das Weite gesucht. Eigentlich sagt  man immer, dass diese Tiere mehr Angst vor dem Menschen haben als man selber vor ihnen haben muss, aber in diesem Fall war ich glaube ich der ängstlichere Part, denn die Spinne hat unsere ungewollte Begegnung überhaupt nicht interessiert, demnach sollte ich an diesem Tage den kleinen Wasserfall des Resort nicht sehen, denn die Spinne war zu nah am Weg für meine Verhältnisse.

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Nur wenige Stunden nach unserer Ankunft in Bali, sollte unser gewonnenes „Glück“ aus dem Wat Pho in Bangkok, in Erfüllung gehen, denn die Insel wollte uns auf eine ganz spezielle Art und Weise herzlich willkommen heißen und zündete ein regelrechtes Feuerwerk. Der heilige Vulkan Agung ist nur wenige Stunden nach unserer Ankunft auf Bali zum ersten Mal seit 1963 ausgebrochen. Am Anfang war ich diesbezüglich ziemlich entspannt, was wahrscheinlich an den Balinesen lag, denn diese waren alle auch sehr entspannt und haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Mehr als 120000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Ich war immer wieder erstaunt wie oft ich in diesen Tagen Hilfstransportern gesehen habe. Diese haben die evakuierten Menschen vor Ort versorgt und jeder Balinese hat versucht mitzuhelfen. Auch wenn sie selbst nicht viel haben, haben sie teils für die evakuierten Einheimischen gekochtes Essen oder Grundnahrungsmittel gebracht. Ebenfalls hat man immer wieder Autos mit Regierungsangehörigen, begleitet von Polizei, gesehen, welche sich ein Bild von der Lage vor Ort am Vulkan machen wollten. Zwischenzeitlich wurde ich doch ein wenig unruhig, als mein Kollege beim Abendessen erzählt hat, was der Vulkan eigentlich für eine gewaltige Zerstörungskraft hat.

Am Tag nach unserer Ankunft stand Sightseeing auf dem Tagesprogramm. Bei strahlendem Sonnenschein ging es auf zum Pura Ulun Danu. Angekommen an dem eindrucksvollen Tempel direkt am Bedugul Vulkansee durften wir eine traditionell balinesische Opfergabenzeremonie eines Dorfes miterleben. Jedes Dorf ist dazu verpflichtet mindestens zweimal pro Jahr so eine Zeremonie abzuhalten, demnach hatten wir sehr großes Glück genau an so einem Tag dort zu sein. Es war sehr eindrucksvoll anzusehen, wie das gesamte Dorf in weiß-gelber Kleidung gekleidet und teils mit Kopfschmuck und Schirmen geschlossen zum Tempel laufen. Aus einer gewissen Entfernung konnten wir die verschiedenen Teile der Zeremonie miterleben. Geopfert wurden größtenteils Blumen und Früchte, welche in kleinen Schalen aus Bananenblättern hübsch angerichtet waren. Nach der Zeremonie gibt es ein Festmahl für das Dorf, wo die Opfergaben gerecht unter allen Dorfbewohnern aufgeteilt werden. Anschließend fuhren wir durch die wunderschöne Landschaft Balis mit ihren hunderten Reisterrassen bis hin zu einem Aussichtspunkt. Leider konnten wir an diesem Aussichtspunkt nichts als Wolken sehen, da sich das Wetter deutlich verschlechtert hat, was allerdings in der Regenzeit völlig normal ist. Deshalb gab es für uns leider keine schöne Aussicht auf die Vulkanseen und Reisfelder, dafür haben wir in einem lokalen Restaurant zu Mittag gegessen. Danach ging es für uns weiter zum Pura Tirta Empul, dem Wasserquellentempel. Hier gibt es eine Wasserquelle und man kann sich in dem Tempel mit diesem heiligen Wasser auch waschen, was sehr viele Gläubige auch tun, für Touristen ist ein Schauspiel diese dabei zu beobachten. Anschließend ging es zurück in unser Hotel.

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Am nächsten Tag haben wir als Erstes die Elefantenhöhle Goa Gajah besucht. Die Höhle ist ein wichtiger Punkt für die Gläubigen um zu beten. Im Allgemeinen sind die Tempel Balis in drei Farben geschmückt: schwarz, rot und weiß/gelb. Diese stehen für die drei hinduistischen Gottheiten Brahma, Shiva und Vishnu. Nach dem Besuch des Tempels haben wir an diesem Tag und den darauffolgenden für unsere Gäste die Hotels auf ihre Qualitätsstandards überprüft und nach neuen Hotels gesucht und wir sind auch fündig geworden, es heißt also gespannt bleiben für unsere Gäste. Im Allgemeinen waren die Inspektionen in den Hotels zu unserer höchsten Zufriedenheit, jedoch ist mir ein Hotel besonders in Erinnerung geblieben, in diesem haben wir auch eine Nacht verbringen dürfen. Dieses Hotel ist das Candi Beach Resort. Direkt am Strand gelegen hat mich die weitläufige Anlage beeindruckt. Hier findet man so wohl einen mittleren Standard, aber auch die sehr luxuriösen Poolvillen und einen extravaganten Spabereich. Dieser einzigartige Mix hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Von der Anlage aus, habe ich auch das erste Mal den Vulkan Agung mit einer Aschewolke sehen können.

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Sonst war der Vulkan die ganze Zeit verhüllt und jeder hat gebannt darauf gewartet, wann man ihn sehen kann. An einem anderen Tag konnte man diesen sogar noch viel besser sehen, als an diesem Morgen. Aus sicherer Entfernung konnten wir da auch einige Bilder machen. Zwischenzeitlich konnte man ein wenig Lava erkennen. Während ich lieber in sicherer Entfernung war, wäre mein Kollege wahrscheinlich am liebsten in einen Helikopter gestiegen und über den Krater geflogen, was natürlich aus Sicherheitsgründen nicht möglich war. Während der Hotelbesichtigungen sind wir sehr vielen hilflosen Urlaubern begegnet. Unsere Gäste waren in Sicherheit und so konnten wir in Hotels auch anderen Gästen von anderen Reiseveranstaltern behilflich sein. Was ich sehr erschreckend fand, war die Tatsache, dass mache Reiseveranstalter und Fluggesellschaften einfach gesagt haben, es ist höhere Gewalt, kann man nichts machen. Andere Fluggesellschaften und Reiseveranstalter haben jedoch gezeigt, dass es auch anders geht. Teils haben uns hilflose Urlauber angesprochen, sie hatten keine Infos bekommen und wussten nicht, wie sie nach Hause kommen sollten. Wie ich finde ist dies ein Ding der Unmöglichkeit in unserer modernen Welt, geprägt von Technik, ist es fast schon eine Leichtigkeit einen Transfer zum nächstbesten Flughafen zu organisieren oder eine Information an die Kunden zu schicken. Der Vulkan führt auch bei uns zu einem Flugchaos, da wir unsere Heim- bzw. Weiterflüge erreichen wollten. Unsere Partner vor Ort haben ihr Bestes getan und so waren wir immer auf dem neusten Stand, was die Windrichtung, in welche die Aschewolke im Moment zieht und welche Flughäfen dadurch betroffen waren, mögliche Flugalternativen und vieles weitere betraf. Sobald ein Abflughafen nicht mehr möglich war wegen beispielsweise einer Windrichtungsänderung oder weil die Flüge ausgebucht waren, wurde uns Minuten später eine Alternative angeboten. Am Ende unserer Reise waren wir sicherlich bei Plan Z, jedoch wurde jedem wie selbstverständlich geholfen. In den Hotels hat sich jeder als Erstes erkundigt, wie lange wir denn eigentlich vor hatten auf der Insel zu bleiben und es wurde uns immer wieder angeboten, dass wir doch in dem jeweiligen Hotel ein paar Nächte bleiben könnten. Jeder hat versucht das Beste aus der Lage zu machen und so wurde an jeder Ecke geholfen und jedes Problem schnellstmöglich versucht zu lösen. Im Allgemeinen kann man von Glück reden, dass durch den Vulkan noch keine Menschen zu Schaden gekommen sind und dass er in der Nebensaison ausgebrochen ist, da es in der Hochsaison wahrscheinlich ein riesiges Chaos ausgelöst hätte. Bis auf ein paar kleine Momente war die Reise auch sehr entspannt trotz der angespannten Lage, wohingegen Daheimgebliebene sich wohl tausendmal mehr Sorgen gemacht haben, als ich.

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An meinem eigentlichen Abflugtag gab es dann doch noch eine Überraschung, der Flughafen hat wieder aufgemacht und einige Fluggesellschaften haben den Flughafen auch angeflogen. Dementsprechend habe ich etwa eine Stunde bevor ich zum Flughafen musste erfahren, dass ich nun am heutigen Tage fliegen kann. Das sollte also mein erster Langstreckenflug ganz alleine sein. Zuvor hatte ich ja meine Kollegen als Begleitung. Da meine Kollegen aber noch ein weiteres Ziel in Indonesien erkundet haben, hieß es schnell Abschied nehmen von der vielfältigen Insel. Viele Gedanken konnte ich mir dementsprechend kaum machen, ob ich das denn alles allein hinbekomme. Und im Nachhinein kann ich sagen, alle Sorgen wären unbegründet, denn es lief alles problemlos ab. Nun aber zu meiner Abreise auf Bali. Für mich steht fest, es war definitiv nicht mein letzter Besuch auf Bali, denn dazu habe ich viel zu wenig von der Insel gesehen. Auf dem Flughafen erwartete mich eine riesige Menschenmasse und somit hieß es Anstehen. Dieses verbrachte man jedoch nicht untätig denn man sprach über das Hauptthema, natürlich den Vulkan. Eine Mutter hinter mir in der Schlange erzählte mir von ihren Erlebnissen. Diese sollte bereits vier Tage zuvor von Bali abreisen. Mit ihren beiden Töchtern, welche etwa fünf Jahre alt waren, ist sie an jedem Tag zum Flughafen gefahren und hat sich erkundigt, ob es denn Flüge geben würde. Jeden Tag musste man sie wieder zurück zum Hotel schicken. Am Schalter bangten dann die beiden Kinder, dass sie endlich nach Hause dürften und tatsächlich es waren drei Plätze frei. Die Freude und Erleichterung war demnach riesig. Die junge Mutter hatte ebenfalls keine Informationen von ihrer Fluggesellschaft und ihrem Reiseveranstalter erhalten und war glücklich dies dann endlich selbst geschafft zu haben. Obwohl ihr Urlaub demnach gerade beendet war, bräuchte sie wahrscheinlich aufgrund des vielen Stresses der letzten Tage noch einmal Urlaub. Demnach konnten alle Passagiere sicher zurück und zu meiner Verwunderung war meine Maschine nicht voll. Aufgrund der hohen Anzahl an Touristen am Flughafen auf Bali dachte ich, dass die Maschine sicher sehr voll sein wird, aber da hatte ich mich wohl geirrt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Bangkok ging es für mich wieder zurück ins kalte Deutschland, womit meine Reise leider schon vorbei war und ich somit nur noch in Erinnerungen schwelgen konnte. Aber Bangkok und Bali macht euch gefasst, ich komme wieder!

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Meine erste Asienreise

Meine erste Asienreise

Ende November hieß es für mich Koffer packen und auf in Richtung Frankfurt. Mit einem neuen A350 führte mich meine 1. Asienreise zuerst nach Bangkok. Nach einem elfstündigen Flug, welcher schneller vorbei war als gedacht, wurden wir, meine Kollegen und ich, bereits am Flughafen freudestrahlend erwartet. Als Erstes ging es für uns zum Hotel. Auf dem Weg konnte ich bereits einen ersten Eindruck von Bangkok gewinnen. Zwischen tausenden von Autos und einem Hochhaus nach dem Anderen fühlt man sich als großer Mensch einmal sehr klein. Nachdem wir also am Hotel angekommen sind und die Koffer abgestellt haben, habe ich dann unsere Partner vor Ort kennenlernen dürfen. Mit diesen gingen wir auch gemeinsam Abendessen und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben richtiges thailändisches Essen probiert. Nach dem ersten Bissen hat mein Mund gebrannt wie Feuer und ich wusste sofort, ich werde wohl noch einige Male nach Thailand fahren müssen, um mit dem thailändischen Essen vertraut zu werden. Aber die Thais waren alle sehr verständnisvoll und alle haben sich erkundigt, ob die Schärfe denn erträglich war. Die thailändische Küche ist sehr vielfältig und vor allem sehr gesund, und somit kann man sagen, verhungern wird niemand in Thailand, auch wenn man kein scharfes Essen verträgt. Schon nach den ersten Stunden in Bangkok habe ich zwei essentielle Dinge gelernt, die Thais lieben Essen und Klimaanlagen, demnach findet man beides einfach überall.

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Am nächsten Tag hat es uns als Erstes in Richtung des Chao Phraya gezogen, denn von dort aus sollte unsere erste Tour starten. Auf dem Weg dorthin, war ich vor allem von einem fasziniert und wer jetzt an die Hochhäuser oder die Straßenküchen an jeder Ecke denkt, liegt komplett falsch, denn es waren die Stromkabel. An manchen Stellen führen mindestens einhundert Kabel zusammen und als Europäer fragt man sich, wie das denn überhaupt funktionieren kann, aber unsere Reiseleiterin meinte, dass es sehr selten zu einem Stromausfall in Bangkok kommt und dass dieser dann auch sehr schnell behoben ist, was man sich kaum vorstellen kann bei so einem Chaos. Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir dann an der Anlegestelle am Chao Phraya, dem wohl wichtigsten Fluss Thailands, angekommen. Von dort aus sind wir mit einem typischen Longtailboot durch die Klongs Bangkoks gefahren. Klongs sind Kanäle, welche vom Hauptfluss abführen. Ich fand es sehr beeindruckend zu sehen, wie traditionell die Einheimischen in teils heruntergekommenen Hütten direkt am Klong leben und dass mittendrin immer wieder prunkvolle Tempelanlagen zu finden sind. Hier hat man sehr deutlich die sehr erschreckenden Unterschiede zwischen Arm und Reich gesehen. Was ich allerdings noch viel beeindruckender fand, war die Art und Weise, wie die Einheimischen am Fluss leben und wie sie mit den jährlichen Überschwemmungen umgehen. Nach der Regenzeit kommt es jährlich zu Überschwemmungen des Chao Phraya und seinen Nebenflüssen. Unsere Reiseleiterin hat uns erzählt, dass vor einigen Jahren das Wasser in ihrem Stadtteil etwas außerhalb Bangkoks für eineinhalb Monate etwa hüfthoch stand. Sie sagte Sie habe sich anfangs sehr gefreut, weil dann die Fische zum Essen bis direkt vor die Haustür kommen. Während eineinhalb Monate Hochwasser in Deutschland wohl einem halben Weltuntergang nahe kommen würde und die Medien endlos darüber berichten würden, ist das für die Thais fast schon normal und sie versuchen immer das Beste aus der Situation zu machen. Diese Entspanntheit würde ich mir auch manchmal gern von den Deutschen wünschen. Während der Tour habe ich jeden Tempel mit seinen wunderschönen, kunterbunten und teils vergoldeten Verzierungen aufs Neue bewundert. Und zwischendrin sah man immer wieder Palmen, Bananenbäume und viele weitere. Wenn man wenige Stunden zuvor zwischen all den Hochhäusern stand, glaubt man kaum wie vielfältig und grün die Stadt ist. Zum Mittag waren wir bei einer einheimischen Familie eingeladen. Direkt hinter einem kleinen Laden, in einem Künstlerviertel am Klong, befand sich das Haus der Familie, wo wir reichlich bekocht wurden. Das Essen in dem Haus war eines meiner persönlichen Highlights der Reise und eine Erfahrung die ich keinesfalls missen möchte. Auf dem niedlich dekorierten Tisch fanden sich traditionelle Speisen wieder, welche auch zum Glück für mich überhaupt nicht scharf waren. Nachdem wir das kleine urige Künstlerviertel erkundet haben, welches eine der Ecken in Bangkok war, wo man keine Touristen vorfand, sind wir auf den Klongs weitergefahren. Wieder auf dem Chao Phraya angekommen sind wir vorbei am Wat Arun direkt auf den Königspalast zugesteuert, welcher unser nächstes Ziel war.

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Der Königspalast war ein weiteres Highlight meiner Reise. Eigentlich mag ich Plätze, wo sehr viele Menschen sind, überhaupt nicht, allerdings hat mich das im Königspalst gar nicht gestört. Zwischen gefühlt einer Million Touristen habe ich mich dann durch die Eingänge begeben und war beeindruckt von dieser wunderschönen Architektur. Der Königspalast ist eine Sehenswürdigkeit, welche man nie mit Worten und Bildern erklären könnte, man muss einfach mal da gewesen sein. Die Eingänge der verschieden Gebäude bewachen zwei riesige, bunt verzierte Wächterfiguren. Nachdem wir uns teile der Anlage angesehen haben, ging es zum wohl wichtigsten Teil des Königspalastes, dem Smaragdbuddha. Die, mit seinen circa 60 cm auf einem riesigen vergoldeten Thron, fast schon winzig wirkende Figur zieht so viele Menschen an. Leider kann man die Buddhafigur nicht im Gebäude fotografieren und muss deshalb versuchen von außen diese so weit heran zu zoomen, um sie überhaupt auf dem Bild zu sehen. Nach einigen Versuchen ein Bild zu machen, welches durch den extremen Zoom nicht verwackelt ist, habe ich dann aufgegeben und mir die Figur einmal detailliert angesehen. Später im Hotel habe ich dann freudestrahlend festgestellt, dass ich tatsächlich ein Bild hinbekommen habe, auf dem man den Smaragdbuddha wenigstens ein wenig erkennt. Der goldene Umhang des Buddhas wird dreimal im Jahr vom König höchstpersönlich gewechselt. Es gibt ein Sommer-, ein Winter- und ein Regenzeitgewandt. Anschließend sind wir dann bis vor die Residenz des Königs gelaufen, denn dieser lebt nicht direkt im Königspalast, sondern in einer Residenz, in einem kolonialen Stil erbaut, direkt an die Anlage anschließend. Unsere Reiseleiterin hat uns dies vor der Residenz erklärt und plötzlich hört man hinter uns laute Schritte. Ich drehe mich also um und etwa einen Meter vor mir sehe in etwa 12-15 Wachen auf und zu marschieren. Nach einem kurzen Schockmoment bin ich dann ganz schnell zur Seite gesprungen und wir haben uns den Wachwechsel aus sicherer Entfernung angesehen.

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Nachdem wir uns die Anlage noch ein wenig weiter angesehen haben und ich kläglich versucht habe Bilder zu machen, wo nicht so viele Touristen zu sehen sind, bin ich das erste Mal in meinem Leben mit einem Tuk Tuk gefahren. Ich hatte im ersten Moment nicht erwartet, dass so ein kleines Fahrzeug so schnell fährt. Nach etwa zwei Minuten fahrt war das Erlebnis dann aber auch schon wieder vorbei, denn wir sind an der nächsten Sehenswürdigkeit bereits angekommen, dem Wat Pho. Ich hatte im Vorfeld schon viel darüber gelesen und war sehr erfreut, die 25 Meter lange, liegende Statue nun einmal mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Die Figur zeigt Buddha kurz vor seiner Erleuchtung. Es wirkt fast schon so, als sei die Figur in den Raum hineingequetscht, denn viel Platz blieb an den Enden nicht übrig, dadurch wirkt allerdings, zumindest für mich, die Buddhafigur noch gewaltiger, weil diese fast das ganze Gebäude einnimmt. Auf der Rückseite der Figur stehen 100 Opferschalen, wo man jeweils 1 Satang (der thailändische Cent) hineingeworfen hat. Dies soll Glück bringen und so haben wir dieses Spiel natürlich mitgemacht. Welches „Glück“ uns dies bringen sollte, sollte sich erst nach einigen Tagen auf Bali herausstellen.

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Nachdem Besuch des Wat Pho, in welchem auch eine sehr angesehene Massageschule zu finden ist, sind wir mit dem Tuk Tuk weiter zum Blumenmarkt. Diesen hatte ich mir im Vorfeld komplett anders vorgestellt, denn über mehrere Straßen und in einer Haupthalle verteilt finden sich hunderte Stände mit Schnittblumen. Wie auf vielen Märkten in Thailand, ist dieser ebenfalls in mehrere Sektoren unterteilt und einem Sektor findet man sehr ähnliches. Einige dieser Sektoren sind beispielsweise Trauerblumen, Blumen zum Geburtstag, Blumen für Hochzeiten, aber auch eine Gemüseabteilung. Viele Thais kaufen auf diesem Markt Blumen für ganz besondere Anlässe. Am Abend haben wir dann in einem kleinen, sehr traditionellen Pad Thai Restaurant gegessen. Hier habe ich das erste Mal das Nationalgericht Thailands gegessen und war positiv überrascht. Es war ein Restaurant in einer kleinen Seitenstraße, unweit von unserem Hotel entfernt und wirkte von außen sehr unscheinbar.

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Der nächste Tag begann nicht minder aufregend, wie der vorherige geendet hat. Während des Berufsverkehrs sind wir mit der Skytrain gefahren. Als die Bahn einfuhr dachte ich mir, da steigen wir doch hoffentlich nicht ein, aber falsch gedacht es hieß hinein da! Ich kannte es bisher nur aus dem Fernsehen, Szenen aus Tokio, wo die Bahn unglaublich voll ist und man sich fragt, wie die Menschen rauskommen, welche ihre Station erreicht haben und vielleicht ganz hinten stehen. Aber ich habe während dieser Fahrt gelernt, es geht doch, man muss sich einfach durchdrängeln. Ich bin nun wirklich kein Stadtmensch und bin manchmal schon in deutschen Städten komplett überfordert, deshalb war ich sehr froh von zwei sehr erfahrenen Kollegen begleitet worden zu sein. Nach einer sehr aufregenden Fahrt, sind wir dann im Stadtteil Phra Nakhon angekommen. Nach einer kurzen Bootfahrt über einen Klong, sind wir schließlich am Golden Mount oder auch Wat Saket angekommen. Die mehr als 300 Stufen bis hoch auf den künstlich angelegten Berg haben wir zuerst erklommen, um dann mit einer fantastischen Aussicht über Bangkok belohnt zu werden. Der Weg nach oben ist tropisch und eindrucksvoll gestaltet und so kommt einem der Weg auch nicht so lang vor. Auf dem Hügel befindet sich eine Chedi, welche einen Rundumblick bietet. Wieder unten angekommen ging es für uns in Richtung der ersten Essensstation für heute, denn am heutigen Tage wollten wir einmal wie die Thais an Straßenküchen und in kleinen, lokalen Restaurants zum Frühstück und Mittag essen.

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Auf dem Weg kamen wir auch noch einer kleinen Werkstatt vorbei, wo Opferschalen für die Mönche gefertigt wurden. Anschließend genossen wir dann frittierte Bananen und ein traditionelles thailändisches Frühstück. Was mich sehr verwundert hat, die Thais essen zum Frühstück fast dasselbe, wie zum Mittag, Abendessen und einfach immer zwischendurch. Es gab also schon zum Frühstück warmes, herzhaftes Essen, was für mich etwas vollkommen Ungewohntes war. Anschließend ging es weiter zum Wat Suthat und seiner roten Giant Swing, welche wegen Renovierungsarbeiten leider verhüllt war. Nachdem wir diesen Tempel dann passiert haben, sind wir über einen Markt spaziert. Hier gab es die exotischsten Früchte, Gemüse und natürlich ganz viele unterschiedliche Straßenküchen. Anschließend haben wir in einem traditionellen Lokal zu Mittag gegessen, hier konnte man vergebens nach Touristen suchen, denn dies war nur von Einheimischen besucht. Nach einem Mittagessen gab es als Nachspeise noch ein Eis aus frischer Kokosmilch mit Toppings. Während in Deutschland diese nicht bunt und süß genug sein können, halten es die Thais in dieser Hinsicht eher schlicht, denn hier standen Nüsse, Graupen, Geleebohnen und ähnliche Sachen auf dem Programm. Nach dem erfrischenden Eis ging es für uns dann wieder zum Chao Phraya, um das letzte Stück unseres Weges auf dem Fluss zurückzulegen. Hier konnte ich noch einmal den Königspalast, den Wat Arun, zahlreiche Tempel und viele Hotels vom Fluss aus betrachten. Unter der berühmten Taksim-Bridge endete dann unsere Vormittagstour.

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Den Nachmittag wollten wir nun individuell verbringen und entschieden uns  eines der berühmtesten Kaufhäuser Bangkoks zu erkunden. Hierzu fuhren wir mit der Skytrain nach Sukhumvit. Hier findet man zahlreiche, riesige und teils auch wahnsinnig teure Einkaufszentren. Wir entschieden uns für das MBK, dies ist ein gigantisches Kaufhaus auf sechs Etagen. Dies klingt wohl für viele wie ein wahr gewordener Traum, allerdings für mindestens genauso viele wahrscheinlich auch wie ein Albtraum. Also Shoppingliebhaberin brauchte ich da nicht lang überlegen, in welche dieser zwei Kategorien ich mich wohl einordnen würde. Voller Vorfreude wollte ich mich also in das Getümmel stürzen, jedoch war ich schneller wieder draußen als gedacht. Schon nach gefühlt einer Minute hatte ich die Orientierung verloren und nachdem ich kurz ein Souvenir gekauft habe, wollte ich nur noch raus aus dem MBK. Es war mir schlichtweg zu groß und ich wurde quasi erschlagen von diesem riesigen Angebot, dementsprechend war ich überfordert und habe das Weite gesucht. Dafür habe ich dann draußen das schöne Wetter genossen und mich ein wenig auf dem Vorplatz umgesehen. Meine letzten Stunden in Bangkok waren gezählt und so habe ich den letzten Abend noch einmal genossen. Am Abend sind wir mit dem Boot zum Asiatique gefahren, dies ist zu vergleichen mit einem modernen Einkaufszentrum, welches nicht überdacht ist. Hier gibt es ebenfalls zahlreiche Restaurants und Unterhaltungsshows. Die Gebäude waren alle in einem kolonialen Stil gestaltet und es gab reichlich Auswahl an Souvenirs.

Nach einem gelungenen, entspannten Abend hieß es am nächsten Morgen Koffer packen und weiter geht die Reise! Mit vielen Eindrücken, zahlreichen Bildern und neuen Erkenntnissen über eine für mich völlig fremde Kultur hätte ich nie erwartet, dass mich an meinem nächsten Reiseziel ein noch größeres Abenteuer erwartet. Es heißt also gespannt bleiben.

20 Jahre ID Reisewelt – feiern bis zum Umfallen!

20 Jahre ID Reisewelt – feiern bis zum Umfallen!

Wem es bislang vielleicht noch nicht aufgefallen ist oder bekannt war, aber wir haben in diesem Jahr unser 20-jähriges Firmenjubiläum!

20 Jahre in der heutigen, schnelllebigen Zeit ist schon eine großartige Leistung und darauf sind wir mit Recht stolz. Doch wir müssen auch DANKE sagen, DANKE für die tolle Unterstützung unserer Partner, der Verbundenheit und langjährige Treue unserer Gäste, denn ohne sie hätten wir nicht die Gelegenheit gehabt, ein rauschendes Fest zu feiern.

Auf dem Plan stand, alle Mitarbeiter mit ihren Liebsten, sowie einige enge Partner ins Boot zu holen und einen unvergesslichen Tag zu verbringen. Es wurde also beschlossen, ausnahmsweise lassen wir mal an einem Samstag unser Geschäft zu. Aus diesem sprichwörtlichen einen Boot wurden dann, nach vielen Überlegungen, mehrere Boote, denn nur irgendwo schön Essen zu gehen, war uns dann doch zu langweilig und man feiert ja schließlich nur einmal sein 20-jähriges Jubiläum. Also hieß es zur Mittagsstunde Treffpunkt Elbe, denn ab da sollte der aktive Teil des Tages starten. Eine rund 20 Kilometer lange Kanutour stand auf dem Programm. Die gute Laune stand allen ins Gesicht geschrieben, denn schließlich war uns auch der Wettergott wohlgesonnen.  Mit bangem Blick hatten wir die Tage davor schon immer den Wetterbericht im Auge gehabt, da es für unseren großen Tag keinen Plan B gab und der Regen sich in Wittenberg schon sehr zu Hause fühlte. Strahlender Sonnenschein und traumhafte Schäfchenwolken begleiteten uns jedoch von Anfang an.

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Im seichten Wasser unter der großen Elbbrücke in Wittenberg wurden die Boote zu Wasser gelassen.  Dann schnappte sich jeder eine Rettungsweste, ein Paddel und ab ins Boot. Nach einer kunterbunten Verteilung der Sitzplätze hatten wir alle neunundzwanzig Paddler in neun Kanadier untergebracht und versuchten von der Strömung der Elbe nicht gleich abgetrieben zu werden. Denn schließlich mussten wir noch der Einweisung des Bootsverleihers lauschen. Zum Einstieg erzählte dieser uns dann die Schauergeschichte, das am Vortag eines seiner Boote einen Zusammenstoß mit der Fähre in Coswig hatte. Das klang natürlich nicht so toll, denn schließlich war auch unser Tagesziel Coswig und auch wir mussten an dieser Fähre vorbei. Daher nahm sich jeder die Anweisungen immer schön rechts zu fahren, Motorbooten immer auszuweichen und bei der Fähre speziell Acht zu geben, ganz besonders zu Herzen. Doch die Stimmung konnte uns das nicht trüben und voller Elan stachen wir flussabwärts in „See“.  Unser kunterbunter Haufen mit unseren Partnern der Cicero Design GmbH, Singapore Airlines, Thai Airways und dem Thailändischen Fremdenverkehrsamt hatten sichtlich Spaß und schnell ging es je nach Fahrtempo  und –können Richtung Coswig.

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Doch natürlich sollte die Paddeltour nicht nur „mühsame Qual“ sein ;-), denn wir hatten doch auch einige nicht geübte „Antisportler“ unter uns und daher war nach rund einem Drittel der Strecke ein Picknick-Stopp eingeplant. Das weit auseinander geschlagene Feld an Booten traf sich also kurz vor Apollensdorf  wieder und genoss am idyllischen Elbstrand, in Liegestühlen und Lounge Sesseln,  eine kühle Erfrischung. Einigen konnte man die Anstrengung förmlich im Gesicht ablesen und es wurde gewitzelt, doch den Rest der Strecke lieber mit dem Auto zurück zulegen, doch konnten alle nach einer gemütlichen Pause und ein-zwei Aperol Spritz später, überzeugt werden, wieder ins Boot zu steigen. Hätten so manch einer gewusst, dass der längere Teil der Strecke noch anstand ;-), hätten sie vielleicht doch, wie man so schön sagt, die Segel gestrichen. Doch für die ganzen Strapazen entlohnte ganz sicher die wunderschöne Natur entlang der Elbe, mit Störchen, Reihern, Kühen, saftigen Wiesen, weitläufigen Sandbuchten und dichten, tiefgrünen Wäldern. Vielleicht nicht ganz so abenteuerlich wie eine Abenteuertour im Herzen Kalimantans oder auf dem mächtigsten asiatischen Fluss Mekong, doch fast wie Urlaub, fühlte es sich dennoch an.

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Leicht angeheitert und ohne Crash mit der Fähre kamen dann alle in der Marina in Coswig an. Als Erste im Ziel war das Boot, mit Dietmar von Singapore Airlines, Astrid (Buchhaltung) und ihrem Mann Mike, alle anderen trudelten dann nach und nach ein. Völlig ausgepowert ging es dann in den gemütlichen Teil des Tages über. In der Marina Coswig erwartete uns eine lange Tafel und nach einem ersten Getränk waren auch alle schon wieder etwas fitter, um das Grillbuffet zu stürmen. Doch bevor es das langersehnte Essen gab, stand neben der Ansprache unserer Geschäftsführerin Jacqueline und unserem Inhaber Andre noch ein Punkt auf der Tagesordnung, denn wir hatten ein Geburtstagskind in unseren Reihen. Da ja die große Geburtstagsparty wegen unserer Jubiläumsfeier ausfallen musste, hatten wir uns eine kleine Überraschung überlegt. Wir verblüfften unser Geburtstagskind Angela mit einer super leckeren Geburtstagstorte und trällerten natürlich auch ein Geburtstagsständchen.

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In plauschiger Runde wurde die Stimmung immer ausgelassen und der extra für uns organisierte DJ heizte uns ordentlich ein, sodass die Sohlen auf dem Tanzparkett zum Glühen gebracht werden konnten. Einziges Manko des Abends waren die Stechmücken, die dem einen oder anderen von uns, eine nicht so schöne Erinnerung an diesen Tag einbrachten.  Doch sobald die Nacht komplett hereingebrochen war und der Sternenhimmel über uns leuchtet, war auch der „Fliegenspuk“ vorbei und Romantik pur entflammte, als extra für uns ein riesiges Lagerfeuer entzündet wurde.  Zahlreiche Partyhits und Cocktails später, der Service kam teils gar nicht mit den Bestellungen hinterher ;-), hieß es dann leider Abschied nehmen, denn unser Shuttle brachte uns wieder zurück nach Wittenberg, wo alle ausgepowert, aber glücklich zuhause, bzw. im Hotel, ins Bett fielen.

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Unerwartet vielseitig – Nadines Big 5 auf Sri Lanka

Unerwartet vielseitig – Nadines Big 5 auf Sri Lanka

Das erste Mal Qatar Airways, das erste Mal Sri Lanka, das erste Mal eine Gruppe begleitet – meine Sri Lanka Reise 2017 war eine Reise der Premieren und geprägt von fünf persönlichen Highlights.

Erwartet hatte ich zu dem Zeitpunkt nicht viel, denn ich hatte mich absichtlich wenig mit Sri Lanka beschäftigt vor meinem Abflug  – dieses Mal wollte ich, genau wie unsere Minigruppen-Reisenden, mit denen ich zwei Wochen unterwegs war, das Land aus der Sicht eines Sri Lanka-Neulings erkunden, um zu testen, ob die Struktur und die Route unserer Minigruppenrundreise Sri Lanka wirklich gut durchdacht und auch zeitlich perfekt geplant wurde.

Allein das war schon sehr ungewohnt, mich einmal ohne vorheriges Reiseführer-Wälzen und genaueren Rücksprachen mit meinen Kollegen aus der Länderabteilung, in ein neues Land zu begeben und dort mit „Urlaubern“ das Land zu entdecken. Umso gespannter war ich natürlich, was mich erwartet.

Mein Flug über Doha nach Colombo

Doch erst einmal auf Anfang. Mit dem Zug ging es nach Frankfurt (Main), von wo aus unsere Maschine der Qatar Airways gen Osten starten sollte. Auch hier war ich ein wenig gespannt, denn schon lange wollte ich mal die mehrfach zur weltbesten Airline gekürte Qatar Airways im Selbsttest ausprobieren. Die Stunden sind wirklich wie im Flug vergangen – ein gutes Buch und eine traumhafte Aussicht auf die unterschiedlichsten Wolkenbilder, Berge und hell erleuchteten Städte lassen die Zeit buchstäblich vorbeifliegen. Nach nicht einmal zwei Stunden Aufenthalt am Flughafen in Doha ging es dann weiter nach Colombo, wo wir sehr lieb von unserem Reiseleiter direkt in der Empfangshalle des Flughafens empfangen wurden.

Colombo, Negombo

Nach der kurzen Begrüßung ging es im klimatisierten Kleinbus direkt nach Negombo, wo wir uns heute noch den Hafen anschauten, in dem farbenprächtige, kleine Holzboote angelegt haben, bereit für den nächsten Fang. Vorbei an den Überresten des holländischen Forts ging es zum Fischmarkt, auf dem wir das erste Mal mit Einheimischen in Berührung kamen. Nicht nur die Händler boten hier Ihre Waren feil, durch die Lage direkt am Strand konnten wir den Fischern bei deren Arbeit zuschauen. Schwere Körbe mit Kleinstfischen wurden aus dem Meer getragen, hunderte Fische lagen zum Trocknen in der prallen Sonne und Kisten wurden verpackt für den Export innerhalb Asiens und nach Europa. Schnell findet man hier jemanden, der Interessierten den Fischfang und die weitere Verarbeitung erklärt und die einzelnen Stationen zeigt. Gegen ein kleines Entgelt erfährt man alles Wissenswerte.

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Am Nachmittag stand für mich ein Besuch in unserem Partnerbüro in Colombo an. An sich nur eine etwa 60-90minütige Fahrt, doch der plötzlich einsetzende, monsunartige Regen setze innerhalb weniger Minuten Teile der zwei-bis dreispurigen Fahrbahnen unter Wasser, sodass wir geschlagene drei Stunden brauchten. Colombo wirkte chaotisch auf mich, was zum großen Teil an dem wirklich schlechten Wetter und andererseits an der Feierabendzeit gelegen hat. Da blieb nach Ankunft im Büro nicht mehr viel Zeit neben einer kurzen Führung durch das mehrstöckige Gebäude und einem Gespräch bei Gebäck und echtem Sri Lanka-Tee.

Nach einer ersten Nacht in Negombo führte uns der zweite Tag unserer Sri Lanka Reise erst einmal zu weiteren Höhepunkten der Stadt – auch wenn ich in dem Moment schon fasziniert war vom charmanten Treiben in den Straßen, den Ausmaßen der St. Marys Church – war es rückblickend nicht zu vergleichen mit den Ausflügen, die mich in den kommenden Tagen noch erwarten sollten.

Dambulla

Es gab fünf persönliche Höhepunkte für mich während dieser Reise – der Aufenthalt in Dambulla sorgte für Nummer 1-3. Nach einem Halt am Ethugala Rock fuhren wir weiter nach Dambulla ins Herz Sri Lankas. Schon auf dem Weg dorthin begegnete uns das erste „Achtung Elefanten“-Schild am Straßenrand. Die ganze Zeit hab ich mir die Nase am Fenster plattgedrückt, immer mit der Kamera in der Hand – in der Hoffnung, einen der frei lebenden Dickhäutern vor die Linse zu bekommen. Die Spannung wuchs mit jedem Kilometer, dem wir uns Dambulla näherten, denn auch die Wahrscheinlichkeit welche zu sehen, wurde immer höher, je näher wir uns dem Nationalpark näherten. Doch leider blieb mir der Blick an diesem Tag verwehrt.

Highlight 1 von 5: Das Raringiri Dambulla Resort

Ich habe mit keiner Silbe ein so reizendes Hotel erwartet, als wir uns langsam der Toreinfahrt näherten. Bis zum Schluss war ich skeptisch, denn der Großteil des Hotels besteht aus Zelten. Mit einem halboffenen Restaurant, einem Pool mit Liegewiese und einem organischen Garten ausgestattet, ist das kleine Raringiri Dambulla Resort ein wahres Paradies, in dem man sich, nach spannenden Tagen in der Umgebung von Dambulla, perfekt erholen kann.

Das Wetter am Ankunftstag war perfekt, es war kurz nach Mittag – also konnten wir den restlichen Tag am Pool genießen.

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Am kommenden Tag wurde es aktiv, bereits am Morgen brachen wir zu einer Fahrradtour auf, die uns zu den Dambulla Caves führen sollte. Nach etwa 20 Minuten Fahrt entlang der wenig befahrenen Hauptstraße und einem holprigen Seitenweg erreichten wir den Parkplatz, von wo es zu Fuß mehrere Treppen nach oben ging. „Bewaffnet“ mit der Kamera erklommen wir den Hügel und konnten unterwegs schon traumhafte Aussichten auf die Umgebung Dambullas werfen – Grün soweit das Auge reicht. Und dann kam die erste Horde niedlicher Affen um die Ecke, die sollten uns noch während dem gesamten Besuch der Höhlen begleiten. Vier buddhistische Höhlen und eine hinduistische Höhle wurden hier in einen Felsen gebaut. Jede ein wenig anders, eine größer, eine kleiner, aber jede der vier mit Buddhastatuen gespickt. Wichtig zu beachten ist beim Besuch der Dambulla Caves, dass man keine Selfies mit dem Rücken zu den Buddhas macht – darauf droht Geld- und sogar Haftstrafe, nicht nur für den Verursacher, sondern auch für die Reiseleiter, die den Reisenden begleiten. Auch den heutigen Nachmittag könnten wir nach noch einem Besuch am Megalithical Cemetary im Resort genießen.

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Highlight 2 von 5: Der Sigiriya Felsen

Niemand will im Urlaub hören, dass er 5.30 Uhr oder noch eher aufstehen muss, aber für den morgendlichen Besuch am Sigiriya Felsen – als nahezu einzige Touristen – ist es das schon wert. Bereits 6.20 Uhr erwartete uns der Bus, der uns zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Sri Lankas, und einem meiner fünf Highlights, führen sollte. Noch vor der Öffnung des Ticketschalters 7.00 Uhr waren wir da, als erste Besucher des Tages. Kühle Morgenluft, leere Treppen, die uns schnell zum Gipfel brachten, und eine Ruhe, die man hier sonst nicht genießen kann, säumten unseren Weg. Am Anfang war ich geschockt, als von fast 2000 Stufen die Rede war, die es entlang dem Felsen nach oben geht – einige vor Ewigkeiten in den Fels geschlagen, andere mit Stahlgerüsten ergänzt. Auch der Weg bis zu den Wolkenmädchen – DER Attraktion schlechthin auf dem Weg zum Palast auf dem Gipfel, zog sich über steile Felsentreppen. Dort angekommen, wurden wir informiert, dass Fotos von diesen besonderen Wandmalereien verboten sind und bestraft werden. Ein „Aufpasser“ saß die gesamte Zeit an seinem Platz und beobachtete die Besucher. Und so ging es anschließend weiter entlang der Spiegelwand bis zu den nächsten Stufen. Aber als wir an den Überresten der einstigen Löwenstatue ankamen, die den letzten Teil des Aufstiegs markierte, stieg die Motivation, denn der Gipfel war in Sicht. Ganz oben angekommen, hatten wir den Gipfel mitsamt den Grundrissen des einstigen Palastes nun für uns – das war den Morgensport, den uns der Aufstieg verursachte, allemal wert. Geduldig erklärte uns der Reiseleiter gefühlt jeden einzelnen Raum des riesigen Palastes, besonders beeindruckend war der noch vorhandene Steinthron, mit Blick auf den ehemaligen „Ballsaal“.  Über eine Stunde sind wir auf den Spuren des Königs Kasyapa gewandert, haben viel gesehen und die zauberhafte Aussicht fernab des Felsens genossen.

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Highlight 3 von 5: Elefanten pur im Minneriya Nationalpark

Der Nachmittag des gleichen Tages stand im Zeichen der Natur und der lang ersehnten Elefanten. Versprochen wurden uns 70-100 Elefanten von unserem Reiseleiter, gesehen haben wir im Endeffekt mehr als 120. Die ersten Minuten im offenen Jeep führten uns zu einem Wasserloch, einem der beliebtesten Treffpunkte der Dickhäuter – doch keine einziger war in Sicht. Leicht deprimiert setzen wir unseren Weg fort und nach weiteren Minuten, die einem vor Neugier wie Ewigkeiten vorkamen, entdeckten wir das erste kleine Grüppchen Elefanten. Nur fünf Tiere standen zusammen abseits der Wege und genossen den Nachmittag. Spätestens jetzt hab ich nach jeder Kurve mit neuen Elefanten gerechnet, immer die Augen offen gehalten und gesucht – zwischen dem grünen Dickicht der Wälder, am anderen Ufer der Seen… und da war er, nur wenige Meter von uns entfernt. Einen stolzeren Elefantenbullen habe ich nie gesehen – mit riesigen Stoßzähnen schlenderte er in gemütlichem Tempo zwischen den Jeeps entlang und machte damit jedem Hobbyfotografen die größte Freude – denn wir konnten nicht aufhören zu fotografieren. So nah an einem nahezu wild lebenden Elefanten – ein unfassbar schöner Moment. Und um es auf die Spitze zu treiben – und auch noch den letzten Besucher vollends zu begeistern, verweilte er an einem Wasserloch und sorge für zahlreiche Wasserfontänen, mit denen er sich abkühlte und wir unsere Finger kaum noch vom Auslöser nehmen konnten.

Der Jeep setze seine wackelige Fahrt, die im Nachhinein für den einen oder anderen blauen Fleck gesorgt hatte, weiter fort und hinter der nächsten Kurve, am nächsten Wasserloch, erwartete uns eine riesige Herde von sicher 60-70 Elefanten. Ganz ungeniert haben die Tiere gefressen und sich auch von den Besuchern nicht stören lassen. Hunderte Fotos später ging es zurück zum Raringiri Dambulla Resort für eine weitere Nacht im kleinen Paradies.

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Knuckles Mountain Range und Gewürzgarten

Bei unserer Fahrt von Dambulla nach Kandy wurde es unterwegs schon aktiv – eine etwa zweistündige Wanderung durch die Knuckles Mountain Range führte uns vorbei an Reisfeldern, die von den fleißigen Bauern bestellt wurden. Auch durch das tropische Dickicht führte der Pfad, vorbei an einem kleinen Grundstück mit zwei einfachen Holzhäusern, wo wir einen der hier wachsenden kleinen, rosafarbenen Rosenäpfel probieren konnten.  Über eine lange Hängebrücke führte uns der Weg, von der aus wir einen der großen Warane im Wasser beobachten konnten.

Auch das Nationaltier, das Sri Lanka Riesenhörnchen, haben wir unterwegs in freier Natur gesichtet, ebenso wie große farbenfrohe Schmetterlinge und Vögel.

Der anschließende Halt in einem Gemüsegarten mit Mittagessen war nicht nur informativ, sondern auch noch köstlich. Frisch zubereitetes Curry und verschiedene weitere Speisen fanden den Weg auf unseren Tisch und waren damit eine perfekte Stärkung nach der Wanderung.

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Kandy – Zahntempel

In Kandy hatten wir nur wenig Zeit, weswegen mich die Stadt wohl nicht so sehr begeistert hat. Wir sind am Abend in Kandy eingetroffen und haben eine traditionelle Tanzvorführung angeschaut, in der in elf wirklich unterschiedlichen Darstellungen die Erntedanktänze, die Feierlichkeits- und Hochzeitstänze dargestellt wurden. Riesige, bunte Masken, Trommeln und Feuern sorgten für Abwechslung. Bei dem Besuch des heiligen Zahntempels im Anschluss ging es wesentlich gediegener und ruhiger zu, so durften wir bei der Zeremonie im Zahntempel, während der die kleine Holztür, durch die man aus der Ferne einen Blick auf die Schatulle mit dem vermeintlichen Zahn Buddhas werfen konnte, teilnehmen. Nur zehn Minuten wird diese Tür geöffnet, daher herrscht reges Treiben an den Schlangen, an den Opfertischen und auf den Treppen – ein echtes Erlebnis, das den Tag gekonnt abrundete.

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Highlight 4 von 5: Zugfahrt durch das Hochland

Ein Highlight jagte das andere, es gab während der einwöchigen Rundreise, die dem Badeaufenthalt vorausging, kaum einen Tag, an dem ich am Abend nicht lächelnd meine gemachten Fotos noch einmal durchschaute. So viele Eindrücke, in so kurzer Zeit…

Auch heute hieß es zeitig aufstehen, denn bereits 8.45 Uhr verließ der Zug Kandy und nahm Fahrt in Richtung Nanu Oya auf. Aber auf diesen Programmpunkt freute ich mich besonders. Trotz der erste Klasse Tickets im Zug, die uns einen gepolsterten Sitz am Fenster in einem Wagon mit Klimaanlage und verstellbaren Sitzlehnen verschafften, saß ich von der etwa vierstündigen Fahrt wohl nicht mal 30 Minuten auf meinem Platz 🙂

Erst ging es gemeinsam mit dem Reiseleiter in die Waggons der zweiten und dritten Klasse, die sich schon sehr von der ersten Klasse unterscheiden, aber dennoch einen ganz eigenen Charme haben. So ist die dritte Klasse zwar sehr einfach, es gibt keine Klimaanlage oder gepolsterte Sitze, dafür herrscht hier eine ganz andere Stimmung. Die Einheimischen sind unter sich, und so gibt es hier eine Theke, an der man Getränke oder Snacks erstehen konnte (gibt es in der ersten Klasse so nicht) und in unserem Fall, Musik von einer „Band“, die sich scheinbar spontan zusammengefunden hat und Musik machte.

Die Aussicht auf vorbeiziehende Teeplantagen, Bergketten und kleine Städte, die sich zwischen all dem angesiedelt haben, bestaunte ich zwar im Sitzen, aber keineswegs auf meinem Platz. Während der Zugfahrt bleiben die Einstiegstüren komplett auf, sodass man sich direkt auf den Tritt setzen kann und mit heraushängenden Beinen traumhafte Erinnerungsfotos machen kann – und genau das hab ich die komplette restliche Zeit der idyllischen Zugfahrt getan. Bei der Einfahrt in die kleinen Bahnhöfe kann man die Menschen beobachten, einheimischen Verkäufer laufen entlang der Fenster und bieten Snacks zum Verkauf an – eine Zugfahrt in Sri Lanka, und speziell diese zwischen Kandy und Nany Oya ist ein absolutes Muss für Sri Lanka Reisende.

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Passekudah – Strandwoche

Die Fahrt von Bandarawela, wo wir die letzte Nacht verbracht hatten, an den Sandstrand von Passekudah dauerte etwa fünf Stunden und wand sich teilweise die bergigen Straßen hinunter. Wunderschöne Aussichten auf die umliegenden Täler konnten wir während der Pausen werfen und beobachten, wie die tief hängenden Wolken uns nach und nach komplett die Sicht versperrten.

Im Uga Bay Resort angekommen, war ich wirklich überrascht. Das Hotel sah „in echt“ noch besser aus als auf den Fotos, die man im Internet findet. Eine wirklich wunderschön gepflegte Anlage mit mehreren zweistöckigen Gebäuden, in denen sich die großen, komfortablen Zimmer verteilen. Dunkle Holzfußböden, großzügige moderne Bäder mit Walk-in-Duschen und Balkone/Terrassen mit Blick in Richtung Meer sind nur einige der Vorzüge. Die kommenden sieben Tage standen für mich und die Gruppe im Zeichen der Erholung. Wunderschön am breiten Sandstrand gelegen, ist das 5-Sterne Uga Bay eine ideale Adresse für Ruhesuchende, die auf westlichen Komfort gepaart mit traditionellem Charme nicht verzichten wollen. Unterbrochen wurde das Sonnenbaden lediglich von einem zweistündigen Schnorchelausflug zu einem der vorgelagerten Riffe. Mit Taucherbrille und Schnorchel bewaffnet, konnten wir die verschiedensten Fische beobachten.

Während die Gruppe am Strand die Seele baumeln ließ, war für mich ein Abstecher nach Trincomalee und ein ganzer Tag in Passekudah geplant, während denen ich mir dort die Hotels anschauen konnte. Und nach dem Besuch in nahezu allen Hotels am Sandstrand von Passekudah kann ich mit Sicherheit sagen, dass das Uga Bay Resort zu einem der schönsten dieses Strandabschnitts gehört.

Leider geht auch die erholsamste Woche einmal zu Ende, und so haben wir uns nach sieben Tagen auf den Rückweg zur Ostküste gemacht. Unterwegs stand dann aber spontan noch ein Stopp in der alten Königsstadt Polonnaruwa an.

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Highlight 5 von 5: Alte Königsstadt Polannaruwa

Wie alle der bekannten Sehenswürdigkeiten in Sri Lanka, so gehört auch Polannaruwa zu den teuren Höhepunkten. Der Eintritt kostete mich 38 USD, dafür konnte ich mich jedoch ganz frei auf dem Gelände bewegen und mir jedes Bauwerk, jede Ruine genau und solange ich wollte anschauen. Seit 1982 gehört der gesamte Park um Polonnaruwa zum UNESCO Weltkulturerbe, und wie ich finde auch vollkommen zurecht. Wunderschöne Bauten – teils leider nur noch Ruinen und Grundmauern, müssen hier vom 11.-13. Jahrhundert gestanden haben. Wir haben uns natürlich als erstes den einstigen Königspalast angeschaut und auch wenn man nur noch die blanken Mauern erkennen kann, geht ein besonderer Zauber von ihm aus, weiß man doch, das hier der einstige Herrscher Sri Lankas gelebt hat. In manchen Ecken und Nischen konnten wir tatsächlich noch jahrhundertealte Stuckreliefs sehen. Besonders beeindruckend war auch die direkt daneben liegende Council Chamber, der Ort, an dem man sich einst mit den Ministern traf. Heute kann über einige Stufen das Plateau erreicht werden, auf dem noch immer Pfeiler von der einstigen Pracht zeugen, viele kleine Reliefs sind sowohl an den Pfeilern als auch an dem Plateau selbst zu erkennen.

Besucht haben wir außerdem noch die Quadrangle mit dem wunderschönen Rundbau, den man über eine der vier Treppen erreichen kann – das besondere sind allerdings die vier uralten Buddha-Statuen, die man schon beim Betreten der Treppe erkennen kann. Viele weitere Gebäude gehören noch zur alten Königsstadt, ebenso wie der Felsentempel. Für diese besonderen Highlights sollte man einen ganzen Tag einplanen, denn es gibt hinter jeder Ecke etwas zu entdecken.

Nach einer Zwischenübernachtung in meinem „Lieblingshotel“ Raringiri Dambulla Resort ging es am kommenden Nachmittag zurück zum Flughafen Colombo. An Bord der Qatar Airways ging es wieder zurück nach Frankfurt (Main), doch die Stunden bis dahin konnte ich mir mit den neuesten Kinofilmen vertreiben und meinen fast 2000 Fotos von der Reise, die ich mir alle noch einmal anschaute 🙂

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Mein Fazit von meiner ersten Sri Lanka Reise

Auch wenn Sri Lanka bis dahin nie auf meiner Bucket List stand und ich privat sicher nicht so schnell dorthin gereist wäre, kann ich heute ganz ehrlich sagen, dass mich die kleine Insel überrascht hat. Ich bin zurückgekommen mit traumhaften Fotos und wundervollen Erinnerungen. Und kann beruhigt sagen „Ich würde Sri Lanka jedem weiterempfehlen!“ – denn egal ob Strandurlauber, Kulturliebhaber oder Natur- und Tierfreund, so klein die Insel ist, so vielfältig ist sie auch.

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Thailands unbekannte Paradiese

Thailands unbekannte Paradiese

Nach einer gewissen Zeit der Vorfreude ging es für mich am 03.Mai 2017 endlich los. Es war nicht nur meine erste Reise nach Thailand, sondern auch meine erste Fernreise. Umso gespannter war ich auf dass, was mich eine Woche lang erwarten wird. Los ging es in Frankfurt mit der Thai Airways in der Businessclass, der Service war ausgezeichnet und durch das breit gefächerte Unterhaltungsprogramm an Bord verging die Zeit schneller als erwartet. Angekommen in Bangkok überkam uns eine extreme Hitze. Nach einem kurzen Aufenthalt in Bangkok flogen wir auch schon weiter nach Sukhothai mit der Bangkok Airways.

Dort angekommen wurden wir direkt zu unserem Hotel, dem Sukhothai Heritage Resort gebracht, in dem wir freundlich mit ein paar Erfrischungsgetränken empfangen wurden. Doch kaum im Hotel angekommen ging es auch schon direkt zu unserem ersten Ausflug. Wir fuhren gemeinsam in das „Suthep Ceramic House“, ich war beeindruckt davon was diese Familie alles mit Keramik anstellen konnte. Danach ging es zum Changlom Tempel, dort saßen wir bei unglaublichem Unwetter in einer gemütlichen Runde beisammen und ließen den Abend entspannt ausklingen.

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Am nächsten Morgen ging es schon zeitig los, denn auf dem Programm für heute stand „Fahrrad fahren“. Zuerst war es kaum vorstellbar, sich bei Temperaturen bis zu 38 Grad auf ein Fahrrad zu setzen, jedoch war es ein großer Spaß. Trotz des Unwetters am Abend davor, welches für viele umgestürzte Bäume gesorgt hatte, war die Fahrt durch den Srisatchanalai Historical Park ein großartiges Erlebnis. Vorbei an imposanten Tempeln ging es weiter zu beeindruckenden Lotusblumenfeldern. Dort lernten wir auch wie man aus der Lotuspflanze Speisen und Saft herstellen kann. Am Abend stand noch der Besuch des Pasan Marktes an. Herzliche Thais zauberten dort aus den verschiedensten Zutaten die köstlichsten Gerichte, die wir natürlich auch in gerne probiert haben.  Mit den unterschiedlichsten Eindrücken des Tages ging es am Abend zurück in unser Hotel. Wir ließen ihn entspannt an der Bar mit Livemusik ausklingen, bevor wir in den Schlaf sanken.

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Nach einer ausgiebigen Portion Schlaf ging es am nächsten Morgen zu einer riesigen organischen Farm in Sukhothai. Für mich persönlich war es eines der schönsten Erlebnisse der ganzen Reise. Wir sahen wie die Arbeiter alles ganz natürlich herstellten und wie viel Wert sie auf gute Qualität setzen wenn es um Nahrung geht. Kaum angekommen mussten wir uns bei fast 40° in die warmen Arbeitssachen quälen, denn schließlich waren wir nicht zum Spaß da, ab jetzt hieß es – anpacken! Wir pflanzten ganz traditionell mit der Hand jeder unseren eigenen Reis an. Hier erfuhren wir auch das jede Region des Landes eine eigene Legende hat, die sie mit den Reiskörnern verbindet, erstaunlich.  Außerdem fiel mir auch die Aufgabe zu, die weißen Reiskörner von  den braunen zu trennen, da die dunklen um einiges nährstoffreicher sind als die weißen.

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Nachdem wir alles erkundet haben ging es auf zur 4-stündigen Fahrt nach Lampang. Direkt bei der Ankunft stiegen wir auch schon in die Pferdekutschen und machten uns auf den Weg zum Wat Pong Sanook. Ein beeindruckender Tempel mit großartigen Verzierungen aus Gold, imposanten Holzschnitzereien und farbenfrohen Wandbildern. Das Highlight des Tempels ist jedoch der riesige, liegende Bhuddha.

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Zwar nur kurz, aber dennoch, besuchten wir am Abend den Gad Gong Ta old Markt, bevor es zu unserem Papierlaternenworkshop ging. Es machte total Spaß die thailändischen Techniken zu lernen und dabei zuzusehen wieviel Leidenschaft in die Arbeit gesteckt wird. Nach einem arbeitsreichen und spannenden Tag machte sich nun die Vorfreude auf den nächsten Tag breit. Denn… es ging nach Koh Mak.

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Ich war aufgeregt und konnte es kaum erwarten durch puderzuckerweißen Sand zu laufen und durch türkisblaues Wasser zu schnorcheln.Von Lampang flogen wir mit der Bangkok Airways über Bangkok nach Trat. Dort angekommen, wartete auch schon das Speedboot auf uns, welches uns in ca. 45 Minuten nach Koh Mak brachte. Angekommen sind wir im Norden der Insel und unser Hotel, das Ao Kao Beach Resort, befand sich im Süden. Nicht einmal 15 Minuten dauerte es mit dem Auto einmal quer über die Insel zu fahren. Nun blieb uns ein wenig Zeit zur Erholung, bevor wir den Weg zum Koh Mak Museum und dem berühmten Sea Food Restaurant auf uns nahmen.

Am nächsten Morgen wachte ich auf und war voller Tatendrang denn das Motto des heutigen Tages war: Überleben! Mit dem Speedboot ging es auf die Insel Koh Kradad, ein winziges Eiland inmitten des Golfs von Thailand. Unsere Aufgabe war es nun, selbst Kokosnüsse von den Palmen zu holen, sie zu öffnen, um daraus zu trinken und das Innere zu essen. Außerdem lernten wir, wie man selbst Feuer macht und auf welche Art und Weise man es schafft sich auf einer einsamen Insel Reis zu kochen. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht und für den Fall, dass ich nun einmal stranden sollte, was ich nicht hoffe, bin ich gut vorbereitet und würde ganz sicher einige Tage überleben. Auf der Insel leben ca. 1400 Rehe, die der Besitzer dort angesiedelt hat. Es war ein außergewöhnliches Bild auf so engem Raum so viele Rehe auf einmal zu sehen. Sie waren extrem zutraulich und haben keine Scheu gezeigt.

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Am späten Nachmittag ging es zurück nach Koh Mak in einen organischen Garten, wo wir ausgiebig kochen und essen durften. Nach einem spannenden Tag sanken wir alle in einen tiefen Schlaf mit Vorfreude auf den nächsten und vorletzten Tag. Geweckt von der Sonne, machten wir uns mit dem Kayak auf den Weg nach Koh Kham. Ich freute mich riesig, da wir heute die Möglichkeit hatten, die bunte Unterwasserwelt zu erkunden. Koh Kham ist eine kleine Insel auf der man sich gern die Zeit vertreibt. Man kann unglaublich weit in das Wasser hineinlaufen, es ist glasklar und man kann schon von der Wasseroberfläche die verschiedensten Fische sehen. Nun machte ich mich also auf große Entdeckungstour. Ich konnte die buntesten Fische und Meeresbewohner beobachten, es war einfach faszinierend. Wir paddelten zurück und mussten nun wieder auf die Räder steigen, um zu unserem Hotel zu kommen. Wir machten uns also auf den Weg und am Abend ging es zu dem schönsten Aussichtspunkt für Sonnenauf- und untergänge auf Koh Rayang.

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Es war ein toller Abschluss. Gemeinsam genossen wir das Rauschen des Meeres während die Sonne langsam im blauen Wasser versank. Es war der letzte Abend in Thailand, ich legte mich in mein Bett und ließ alle schönen Momente Revue passieren bis ich in einen tiefen Schlaf sank.

Am Tag der Abreise wurde noch einmal ein kleines Highlight gesetzt. Wir belegten einen 4-stündigen  Kochkurs und wir alle waren begeistert aus welchen alltäglichen Zutaten kombiniert mit außergewöhnlichen  Dingen man die leckersten Gerichte zaubern konnte.

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Anschließend hieß es dann Abschiednehmen. Eine erlebnisreiche Woche ging zu Ende und ich bin mir sicher, diese Reise werde ich so schnell nicht vergessen. Am späten Nachmittag flogen wir mit der Bangkok Airways von Trat zurück nach Bangkok, wo wir noch einige Zeit zur freien Verfügung hatten. Um kurz vor Mitternacht brachte uns die Thai Airways sicher wieder zurück nach Frankfurt.

Ich war um einige Erfahrungen reicher und habe sehr viel mit nach Hause genommen,

Danke Thailand, wir sehen uns wieder.

 

Sonne, Sand und ganz viel mehr – Katharina unterwegs in Südthailand

Sonne, Sand und ganz viel mehr – Katharina unterwegs in Südthailand

Trotz der gefühlt ewig langen Anreise, mit Eva Air und Bangkok Airways von Wien über Bangkok nach Phuket, konnte das meine Vorfreude nicht trüben. Kaum hatte ich den Flughafen verlassen, schlugen mir schon die ersten Wellen des feuchtwarmen Klimas entgegen, doch das störte mich nach dem doch eher regnerisch-kalten Wetter in Deutschland überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich war voller Tatendrang und schon ganz gespannt auf die Woche, die vor mir lag. Von Phuket ging es direkt in das Laguna Resort in Khao Lak. Nach einem sehr herzlichen Empfang hieß es erstmal, die vom Flug müden Muskeln bei einer traditionellen Thai Massage durchkneten zu lassen. Ganz entspannt erwartete mich dann Thai Essen in Hülle und Fülle, bevor ich dann in die Kissen und einen tiefen Schlaf sank.

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Von der Sonne geweckt ging es am nächsten Tag auf Tour nach Takuapa, einem Ort, der ursprünglich durch seine Zinnminen bekannt wurde. Doch heute sind die Minen stillgelegt, es zeugt nur noch das immer noch offene Verwaltungsbüro von der bewegten Zinnabbau-Vergangenheit der Stadt. Auf dem Weg zur Altstadt Takuapas machte ich Stop in einer Cashew-Nuss -Fabrik, einer Mooncake-Bäckerei, auf dem Wochenmarkt und in einer traditionellen chinesischen Apotheke. Direkt in der Backstube den Frauen bei der Herstellung der leckeren Mooncakes über die Schulter schauen zu können, wie sie mit flinken Fingern den Teig portionieren und mit süßer oder salziger Füllung und einem kleinen Stück Eidotter zu einer runden Kugel  formen, ließ mir das Wasser im Mund zusammen laufen. Ob Bohnenpaste oder Sesamfüllung, die Geschmacksrichtungen sind breit und auch wenn es sich vielleicht nicht so lecker anhört, mir hat es geschmeckt 🙂 .

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In der chinesischen Apotheke erfuhr ich, dass sich auch heute noch viele Menschen nach den überlieferten traditionellen Heilmethoden der chinesischen Medizin behandeln lassen und sich, je nach Krankheit, ihre ganz individuelle Kräuter-Mischung zusammenstellen lassen. Dabei spielt es auch eine Rolle ob man Mann oder Frau ist. Bei Frauen werden in der Regel  immer ein paar getrocknete Blüten mit beigemischt. Mir wurde erklärt, dass Frauen dann beispielsweise ihre Mischung  stundenlang im Wasser aufkochen müssen, während Männer ihre Mischung mit Whiskey zu sich nehmen sollen.  In der Apotheke kaufte ich mir auch Kokosnussöl, denn das soll bei täglicher Einnahme eines kleinen Löffels, besonders gut für die Haut und die Haare sein und zur Not kann man es dann auch zum Kochen verwenden ;-).

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Die Altstadt Takuapas ist beschaulich, ruhig und die kleinen, zweigeschossigen Häuser sind charmant im chinesisch-malaiischen Shopstil erbaut. Durch den einstigen Zinnabbau kamen viele Wanderarbeiter nach Takuapa, was auch den für Thailand eher untypischen Häuserstil erklärt. Die verschiedenen Volksgruppen leben heute aber immer noch in Eintracht miteinander. Nach Besichtigung eines buddhistischen und eines chinesischen Tempels ging es noch ins Saori Foundation Centre.

Das Zentrum wurde nach dem Tsunami, der im Jahre 2004 über die Region hereinbrach, gegründet. Frauen können dort das Weben erlernen und sich somit ein Einkommen sichern. Die in der Saori Werkstatt hergestellten Waren werden dann sowohl direkt,  als auch über Hotels und vereinzelte Touranbieter vertrieben. Natürlich konnte ich nicht widerstehen und habe mir auch eine kleine Tasche gekauft.

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Die nächsten Tage ging es dann nach Kuraburi, wo ich in einem Bungalow des Kuraburi Green View Resorts inmitten dichten Dschungels, wohnte. Ziel dort war das Dorf Ban Talae Nok, welches auch vom Tsunami betroffen war. Einst lebten die Dorfbewohner direkt am herrlichen Sandstrand mit Blick auf die vorgelagerten Inseln und die Mangroven, jedoch siedelten sie nach dem Tsunami etwas weiter ins Landesinnere um. Von den Dorfbewohnern erfuhr ich mehr über die Zeit nach dem Tsunami und wie sie alles erlebt haben. Um wieder alles aufbauen zu können, was der Tsunami zerstört hatte, erlernten sie die Herstellung von Seife und wie man batikt. In einem dreitägigen Programm kann man auch bei Gastfamilien im Ort übernachten, sich selbst an der Seifen- und Batikproduktion versuchen, mit den Einheimischen durch die Mangroven fahren und auf den vorgelagerten Inseln Koh Hin Pla und Koh Yi Pun unberührte, idyllische Sandstrände genießen und in den Alltag der muslimischen Dorfbewohner eintauchen.

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Nach spannenden Tagen in Ban Talae Nok hieß es Abschied nehmen, denn es ging zurück nach Khao Lak, ins Ramada Hotel und zur Besichtigung weiterer Hotels. So standen am Abend noch die Inspektion des La Flora Resort und des Schwesternhotels La Vela an. Die Hotels könnten unterschiedlichen kaum sein, denn das La Flora besticht durch seinen traditionellen thailändischen Charakter während das brandneue  La Vela mit moderner, fast schon futuristischer Architektur glänzt. Auch wenn die Anlage des La Vela noch nicht ganz fertiggestellt ist, muss ich sagen, dass mir das Hotel super gefallen hat. Doch nicht nur die Anlage und die Zimmer stießen bei mir auf Anklang auch das überaus üppige Buffet zauberte mir ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht.

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Am nächsten Morgen hieß es dann schon fast Abschied nehmen. Doch bevor es am Abend wieder zum Flughafen nach Phuket ging, war noch einiges an Programm in Sicht. Nach einer kurzen Tour durch das Ramada, ging es weiter in das The Leaf on The Sands Hotel zur Besichtigung. Doch hier stand nicht nur die Besichtigung an, sondern auch ein Treffen mit anderen Reiseanbietern, Vertreten des thailändischen Fremdenverkehrsamtes, Hoteliers aus Khao Lak und dem Gouverneur der Phang Nga Provinz an. Nach sehr leckerem Essen und einigen netten Unterhaltungen später, fand am Strand des Ramada Hotel ein Abschiedsessen an. Vor traumhafter Kulisse, mit Sand zwischen den Zehen, fiel es mir sehr schwer, Abschied von dieser tollen Region zu nehmen und wieder in das kalte Deutschland zurück zufliegen. Doch ein nächstes Mal gibt es ja bestimmt und die Vorfreude auf eine Reise ist ja bekanntlich die schönste J

Lassen auch Sie sich vom Land des Lächelns verzaubern und entdecken Sie hier unsere abwechslungsreichen  Khao Lak Rundreisen.

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Surin Islands – Camping im Paradies und das Leben der Moken

Surin Islands – Camping im Paradies und das Leben der Moken

Tag 1

Nach unzähligen Reisen nach Thailand, die mich in den vergangenen 20 Jahren auch in weniger bekannte Regionen, wie den Isaan oder Sanghklabhuri, geführt haben, standen in diesem Jahr erstmals die Surin Inseln vor der Westküste Thailands auf dem Programm. Sie liegen nur gut 50 Kilometer vor der thailändischen Küste und nahe der burmesischen Grenze. Seit 1981 gehören die Inseln zum Mu Koh Surin Nationalpark.

Ich fuhr mit dem Schnellboot ab Kuraburi, einer kleinen südthailändischen Stadt, die Überfahrt dauerte ca. eineinhalb Stunden. Eine weitere Möglichkeit, die Surin Inseln zu erreichen, bietet sich ab Tab Lamu, dem Pier bei Khao Lak – dann ist man aber gute zweieinhalb Stunden auf dem Meer unterwegs.

Die Surin Inseln können im Rahmen von Tagesausflügen besucht werden, was ich nicht empfehle (später dazu mehr) oder auf Zwei-, Drei- oder Mehrtagestouren. Ich habe mich für zwei Übernachtungen auf den Inseln entschieden und bin froh darüber, denn das Wetter spielt momentan – trotz bester Reisezeit in Thailand – nicht immer mit. So habe ich die Hoffnung, zumindest ein paar tolle Fotos zu schießen.

Ich bin während der Überfahrt an Bord des Schnellbootes gemeinsam mit den Tagesgästen nach Koh Surin unterwegs und als der erste Schnorchel-Spot für diese erreicht ist und etwa 30 Gäste gleichzeitig ins Wasser springen (erster Grund den Tagesausflug zu meiden), werde ich von einem Longtailboat der Nationalpark-Behörde abgeholt und lege so die letzte halbe Stunde bis nach Koh Surin Nuea, der nördlichen Insel, zurück.

Das Wetter meint es gut und so erwartet mich die Bucht Ao Mai Yai bei strahlendem Sonnenschein in den allerschönsten Farben. Die hohen Berge sind von tiefgrünem Dschungel gesäumt und ziehen sich bis zu den schneeweißen und puderzuckerfeinen Sandstränden, die sichelförmig am Horizont erscheinen. Und dann das Meer: ich habe noch nie solch ein Blau gesehen! Es schimmert hier in allen nur vorstellbaren Nuancen im Licht der Sonne und ich kann mich nicht satt daran sehen.

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Ich steige direkt am Strand aus und kann den warmen, weichen Sand unter meinen Füßen spüren. Der Ranger bringt mich zu meiner Unterkunft für die nächsten Tage an der gegenüberliegenden Bucht, wo die Zelte des Nationalparks direkt am Strand stehen – Meerblick ist hier überall inklusive. Zeit dies alles zu genießen bleibt leider noch nicht, denn Khun Nat, meine Reiseleiterin drängelt.

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Mit dem Longtailboat geht es weiter in die Bucht von Ao Kang Chat, ins Dorf der Moken, der Seezigeuner von Thailand. Einst lebten Sie als Nomaden auf dem Meer, hatten ihre gesamte Habe in einem einfachen Holzboot, was bis zu sechs Personen ein zu Hause war. Heute sind sie sesshaft auf den Surin Inseln und weitere Gemeinschaften gibt es entlang der Südküste Thailands. Khun Nin, einer der Moken führt mich gemeinsam mit seiner Tochter Tamlueng durchs Dorf und Khun Nat übersetzt fleißig alles Wissenswerte. Wir flechten gemeinsam Armbänder nach alter Tradition und ich unterhalte mich sogar mit einer Lehrerin, die gern ihr gelerntes Deutsch praktizieren möchte.

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Das Leben der Moken ist sehr einfach, aber von einem unerschöpflichen Wissen über die Natur geprägt und so ist es nicht verwunderlich, dass beim Tsunami 2004 nicht ein einziger von ihnen sein Leben verlor. Sie wussten die Zeichen des Meeres zu deuten und flohen in die Berge – die einzig richtige Entscheidung.

Nach dem Rundgang durchs Dorf essen wir gemeinsam zu Mittag, wandern anschließend auf einer Art Naturlehrpfad und ein älteres Ehepaar musiziert und singt traditionelle Lieder. Auf die Frage nach ihrem Alter bekomme ich die Antwort: irgendwas zwischen 50 und 70 Jahren, so genau wisse man es nicht – kaum vorstellbar, dass dies hier überhaupt nicht wichtig scheint.

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Ich kaufe zur Erinnerung ein handgefertigtes Armband und verabschiede mich. Es geht zurück ins Hauptquartier und ich freue mich auf eine kalte Dusche. Zum Abendessen gibt es Fisch, Gemüse und Reis und da nur zwischen 18.00 und 22.00 Uhr Elektrizität per Generator zur Verfügung steht, ist ein traumhafter Tag früh zu Ende. Ich krabbele in mein Zelt, schaue noch einmal aufs Meer hinaus und schlafe dann auch ganz schnell ein, während der Regen nun doch noch auf mein Zelt prasselt.

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Ich wache früh auf, höre die Rufe der Affen im Dschungel und die Vögel zwitschern. Ich treffe Khun Nat zum Frühstück und während sie Toast, Spiegelei und Kaffee genießt, habe ich mich für die thailändische Variante – Khao Thom – entschieden. Das Frühstück wird von einem heftigen Gewitter begleitet und ich sehe den Tag schon im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen. Aber als Khun Nin und sein Tochter mich abholen, ist schon wieder erstes Blau am Himmel zu sehen. Wir brechen heute mit einem der traditionellen Boote der Moken auf, es geht zu diversen Schnorchel-Spots, an denen außer uns kein Mensch ist. Wir schwimmen gemeinsam mit Clown- und Papageienfischen und sogar Korallen wachsen hier schon wieder gut, nachdem die Korallenbleiche 2010 die Unterwasserwelt um die Surin Inseln zerstört hat. Tamlueng zeigt mir ihre Lieblingsplätze und entdeckt meist als erste, eine Moräne in einer Felsspalte oder eine Schildkröte, die langsam an uns vorbei schwimmt. Es ist unglaublich wie gut sie mit ihren 13 Jahren schwimmen kann und mit dem Meer vertraut ist.

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Zwischendurch geht es zum Mittagessen zurück ins Hauptquartier und genau das ist der Moment, wo ich froh bin, allein mit Khun Nin und Tochter Tamlueng unterwegs zu sein. Etwa 100 Tagesgäste essen in verschiedenen Durchgängen zu Mittag (die Ankunft der Boote ist auf die Minute geplant), rennen anschließend für Selfies zum Strand, um dann auf dem Rückweg zum Hotel in Khao Lak oder auf Phuket nochmals zum Schnorcheln ins Meer zu springen – Surin Inseln im Schnelldurchgang…. Das ist nicht die Art des Reisens, die nachhaltig ist und Interesse an fremden Kulturen zeigt.

Nach einem erholsamen Nachmittag am Strand, den ich jetzt ganz für mich allein habe, freue ich mich auf ein ruhiges Abendessen und den morgigen Tag. Dann holen mich Khun Nin und seine Tochter wieder ab und entführen mich zu ihren Lieblingsplätzen: die Bucht der Meeresschildkröten und die Mangroven, in denen sich kleine Haifische tummeln. Außerdem zeigen sie mir, wie geschickt sie stehend ein Kanu rudern oder mit einem Speer nach traditioneller Moken Methode Fische fangen. Und ich soll dann ebenfalls einen Versuch starten – na wenn das kein Spaß wird, zumindest für Khun Nin und Tochter Tamlueng, die ganz bestimmt etwas zum Lachen haben werden…

Wollen Sie das gleiche Moken Abendteuer erleben und das verführerische Paradies Surin erkunden, dann haben wir >>> hier >>> die passende Reise.

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Nadines Laos Abenteuer Part III mit Stopp in Singapur

Nadines Laos Abenteuer Part III mit Stopp in Singapur

Nur drei Wochen vor dem geplanten Abflug nach Laos und Singapur erhielt ich meine Bestätigung für diese Reise, die mich vom 17.03.-24.03.17 nach Asien führen sollte. Nach einer einjährigen Asien-Abstinenz freute ich mich wirklich, wieder zurückzukehren und mal wieder die Freundlichkeit der Asiaten zu erleben.

Auch wenn es bereits mein drittes Mal Laos war, war die Vorfreude groß. Drei Mal im gleichen Land – da kann es nichts Neues mehr zu entdecken geben, denken Sie? – doch weit gefehlt. Das charmante Binnenland hat auch ohne Strände und riesige Metropolen so viel zu bieten. Doch ganz von Anfang…

Begonnen hat alles morgens am Flughafen Frankfurt, von wo aus es mit der Singapore Airlines gen Osten ging. Über elf Stunden Flug bis nach Singapore standen uns bevor, doch wie könnte man diese entspannter verbringen als in der Business Class der Singapore Airlines – zweitbeste im Jahr 2016 (prämiert von Skytrax). Ein flaches Bett, Platz zum Ausstrecken, ein breitgefächertes Entertainmentprogramm, köstliches Essen und sehr bemühte Stewardessen ließen den Flug schnell vergehen.

Nach der Landung in der Weltstadt Singapur war ich schon ganz gespannt, denn es war mein erstes Mal in dieser Metropole und ich hoffte während dem siebenstündigen Stopp so viel wie möglich sehen zu können. Nach einer quälend langen Stunde am Immigration Schalter Singapur ging es als erstes ins Shangri La Singapore, wo wir uns am längsten Frühstücks-Buffet der Millionenstadt austoben konnten. Nach einer kurzen Besichtigung ging es zum Gardens By The Bay. Direkt gegenüber dem modernen Wahrzeichen Singapurs, dem Marina Bay Sands, haben wir bei sonnigen 35°C die verschiedenen Attraktionen der Gardens By The Bay besuchen können. Nach wenigen Stunden mussten wir wieder den Rückweg zum Flughafen antreten, denn der Weiterflug in die laotische Hauptstadt Vientiane stand auf dem Programm.

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Gardens by the Bay mit Blick auf das Marina Bay Sands

Am 18.03.2017 begann dann mein eigentliches Laos-Abenteuer Part III. Begonnen in der Hauptstadt Vientiane. Irgendwo zwischen der tiefen Entspanntheit der Königsstadt Luang Prabang und dem Trubel in anderen Hauptstädten Asiens ist Vientiane wohl einzuordnen, wobei es keinesfalls mit Bangkok, Saigon oder gar Singapur vergleichbar ist. Wer schon in Luang Prabang war, wird sicher ein wenig enttäuscht sein, denn Vientiane versprüht längst nicht den Charme, das königliche Flair und die Wärme, die man bei jedem Schritt in Luang Prabang spürt. Dennoch gibt es faszinierende Bauwerke aus der französischen Kolonialzeit, besondere Konstruktionen wie den Patuxai oder auch den verehrten That Luang. Nach einer Stadtrundfahrt endeten wir auf der Aussichtsterrasse des Patuxai – vorbei an Dutzenden Verkaufsständen führten mehrere Treppen auf die oberste Etage, von der aus man zwar keine Sehenswürdigkeiten erblicken, aber die Weiten der Stadt überschauen kann. Der Nachtmarkt entlang dem Mekong ist wirklich schön und auch die charmanten Bars laden zu einem entspannten Abend ein. Mein Fazit: Vientiane gehört sicher zu einer klassischen Laos-Reise dazu, Höhepunkt wird aber dennoch immer Luang Prabang bleiben.

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Pha That Luang Tempel in Vientiane
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Buddha Statuen im Wat Si Saket in Vientiane
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Der Patuxai in Vientiane

Am 19.03.2017 fuhren wir dann weiter nach Vang Vieng, das Naturparadies, das etwa auf halber Strecke zwischen Vientiane und Luang Prabang liegt und bisher vor allem Rucksackreisenden bekannt war.  Ich war wirklich gespannt, ob diese Backpacker-Mentalität auch heute noch zu erkennen ist und ob sich im Ortskern wirklich nur noch alles um Bars, Drogen und Tubing dreht. Schon die Fahrt war faszinierend – wenn auch recht wackelig im Bus, denn befestigte Straße konnte man nicht während der kompletten, etwa vierstündigen Fahrt erwarten. Aber genau solche Überlandfahrten machen für mich die Reise in einem Land aus, man kann abseits der bekannten Touristenwege schauen, beobachtet das alltägliche Leben der Menschen die außerhalb der bekannten Städte wohnen. So konnte ich authentische Momentaufnahmen machen – die aufgrund der unebenen Straßen nur teilweise auf der Kamera festgehalten werden konnten :-), aber im Kopf bleiben sie sicher ewig. In Vang Vieng angekommen, bezogen wir unser Hotel Riverside Boutique Resort, ein gar traumhaftes Fleckchen in Laos. Verglichen mit vielen anderen Unterkünften in Vang Vieng ist unser Resort sicher eine wahre Oase der Ruhe mit atemberaubenden Aussichten auf den benachbarten Fluss und die dahinter aufragenden Karstberge, die man vom Pool aus fantastisch beobachten kann – vor allem am Morgen, als sich der Nebel dann noch in den Bergen verhangen hatte – einfach traumhaft. Vang Vieng als Ort selbst hat noch eher den Backpacker-Charme, ist aber dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – authentisch und gemütlich.

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Landschaftsidylle auf der Fahrt nach Vang Vieng

Spontan haben wir uns dann entschieden am zweiten Tag in Vang Vieng eine Ballonfahrt zu unternehmen, also hieß es früh aufstehen – aber was macht man nicht alles für gelungene Bilder und unvergessliche Eindrücke 🙂

Mit einem farbenfrohen Heißluftballon ging es mit sechs Leuten pro Korb in den Morgenhimmel des charmanten Naturparadieses. Während der etwa 30-minütigen Fahrt konnten wir nicht nur den Sonnenaufgang bestaunen, auch der Morgennebel, der sich zwischen den zahlreichen Karstfelsen verhangen hatte, bot ein wahres Naturspektakel. Jede einzelne Straße und den Fluss Vang Viengs konnten wir aus luftiger Höhe mit dem Finger nachfahren wie auf einer Landkarte. Ein wirklich traumhaftes Erlebnis, das uns sicher allen im Gedächtnis bleiben wird. Leider sind diese Ballonfahrten nicht ausreichend lizensiert, um sie auf dem deutschen Markt anzubieten, daher kann man diese nur auf eigene Verantwortung vor Ort buchen, für gerade einmal 85 USD (Stand März 2017).

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Vor dem Start der Ballonfahrt
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Blick über die Dächer Vang Viengs
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Brücke über den Nam Song River in Vang Vieng

Mit einem wirklich durchweg positiven Eindruck musste ich dem Naturparadies am 20.03.2017 schon wieder den Rücken zukehren. Sicher kann man hier mehrere Tage verbringen, mehrere Höhlen besuchen, durch das grüne Hinterland wandern und auch Extremsportarten nachgehen wie Zip-Lining, Rock-Climbing und vielem mehr.

Doch heute sollte es zur letzten Station unserer Laos-Reise gehen, der alten Königsstadt Luang Prabang. Schon vor dem Abflug in Deutschland freute ich mich, zum zweiten Mal durch die Gassen der Königsstadt zwischen Mekong und Nam Khan zu spazieren, den Anblick der Tempel zu genießen und in der entspannten Atmosphäre Luang Prabangs den Tag vergehen zu lassen. Denn auch neben dem straffen Programm, dass wir uns für die vier Tage Luang Prabang gesteckt hatten, findet man immer noch ein wenig Zeit am frühen Morgen oder am späten Abend das Ambiente hautnah zu erleben. Die kommenden Tage sollten mich zu den bekanntesten Tempeln wie dem Wat Xiengthong führen, aber dieses Mal auch in das Nationalmuseum und in das ethnologische Museum, in dem man alle wichtigen Fakten über die einzelnen Minderheiten des Landes erfahren kann. Auch das Beiwohnen einer morgendlichen Almosensammlung der Mönche darf natürlich nicht fehlen, und so haben wir uns in einer der Seitenstraßen aufgereiht, um ungehinderte Blicke auf dieses Ritual werfen zu können – ganz ohne andere Touristen und vor allem ganz ohne die Mönche und Novizen zu stören.

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Almosensammlung der Mönchen in Luang Prabang

Nach dem sehr zeitigen Aufstehen konnten wir uns bei dem Besuch der Kuang Si Wasserfälle am gleichen Tag bei einem Bad in den türkisen Pools wieder erfrischen. Noch immer sind diese Wasserfälle dank ihrer besonderen Farbgebung ein wahres Naturschauspiel und ein Muss für Luang Prabang Reisende. Auch wenn man hier zu bestimmten Stichzeiten (vor allem Mittag und frühen Nachmittag) keineswegs mehr allein ist, sondern sich die Aussicht mit vielen anderen Touristen teilen muss, geht nur wenig des natürlichen Charmes verloren. Wir haben es uns bei einem gemütlichen Mittagessen auf den Bänken direkt neben dem türkisschimmernden Wasser gemütlich gemacht und das rege Treiben bei gutem laotischen Essen beobachtet, bevor wir den Rückweg angetreten haben. Unterwegs haben wir am Ock Pop Tok Center (Ost trifft West) angehalten, um detaillierte Informationen über die Arbeit der Seidenraupen und die Verarbeitung der gesponnen Seide zu erhalten – was sehr trocken klingt, wird hier von geschulten Mitarbeitern sehr gut und lebendig erklärt.

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Kuang Si Wasserfälle
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Ock Pop Tok Craft Centre in Luang Prabang

Der letzte Tag unserer Reise führte uns zur Bamboo Experience, eine Unternehmung am Rand Luang Prabangs, in der spielerisch, kulinarisch und sachlich alles über den Bambus und seine verschiedenen Verarbeitungen vermittelt wird. Neben einer allgemeinen Einführung in die Nutzung der Bambuskörbe, dem Weben und dem Laufen auf Bambusstelzen, dem Schießen mit Pfeilen – zum Schluss der Verkostung des gekochten Bambus und weiterer Köstlichkeiten – ist diese Tour wirklich spaßig und abwechslungsreich.

Im Großen und Ganzen verging die Woche viel zu schnell und ich freue mich schon auf meine nächste Reise nach Laos.

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Morgenmarkt in Luang Prabang
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Nachtmarkt in Luang Prabang mit dem Nationalmuseum im Hintergrund