12 kuriose Traditionen rund ums Küssen aus aller Welt

12 kuriose Traditionen rund ums Küssen aus aller Welt

Der Valentinstag steht kurz vor der Tür – die perfekte Gelegenheit,  verschiedene Kusstraditionen vorzustellen.

Die Maori, die Ureinwohner Neuseelands prägten den uns bekannten „Eskimokuss“. Dieser wurde vielfach abgewandelt, ob mit Kuriositäten versehen oder doch ganz schlicht gehalten, ein Knigge ist immer gut. Vielleicht auch für den nächsten Urlaub.

Thailand Mönch_ SHUTTERSTOCK

  1. Im Land des Amazonas: In Brasilien verteilt man Küsschen am Telefon

In Lateinamerika unterscheiden sich die Bräuche sowohl nach Geschlecht als auch nach Region. In Rio de Janeiro werden die Frauen zur Begrüßung einmal auf die rechte und einmal auf die linke Wange geküsst. Fährt man ins 430 Kilometer entfernte São Paulo, wird man nur einmal geküsst. Die Männer begrüßen sich mit einem festen Händedruck, bei dem Augenkontakt gehalten wird. Ein freundlicher Klaps auf die Schulter wird unter Freunden angewandt. Wenn man wiederum telefoniert, verabschiedet man Freunde und Bekannte mit „Beijo“ oder „Beijinho“, was so viel wie „Küsschen“ bedeutet. Der Gesprächspartner antwortet darauf mit „outro“.

  1. In China setzt sich der Händeruck durch

Noch in den 70er- und 80er Jahren galt das Küssen von Paaren in der Öffentlichkeit als verpönt und wurde als „Unmoralisches Verhalten“ betitelt. Man bekam Schwierigkeiten mit der Polizei, musste sich Erziehungskurse unterziehen oder sogar ins Gefängnis. Erst vor 20 Jahren wurde das Gesetz abgeschafft. Heute wird Küssen als etwas ganz normales angesehen.

Trotz dessen wird die traditionelle Verbeugung als Begrüßung immer mehr zurückgedrängt, vor allem in den touristischen Regionen, und durch den Händedruck ersetzt.

  1. Respektvolle Verbeugungen im Land des Lächelns

Thailand wird aufgrund der vielen Partys, wie beispielsweise den Vollmond-Partys auf Koh Phangan, von vielen als sehr locker und offen angesehen, doch dieser Anschein stimmt nicht. Ganz im Gegenteil. Bei der Begrüßung sind sowohl Anfassen als auch Küsschen auf die Wangen untersagt und auch unerhört. Dafür setzt man lieber auf eine Verneigung mit einem „Wai“. Damit wird der Respekt ausgesprochen und kommt ursprünglich von den Buddhisten. Bei dem „Wai“ werden die Handflächen aneinander gelegt und irgendwo zwischen Oberkörper und Kopf leicht berührt. Doch je höher man die Hände vor das Gesicht hält und je tiefer man sich verbeugt, desto größeren Respekt spricht man seinem Gegenüber aus.

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  1. Die Begrüßung „Hongi“ in Neuseeland

Im Land der langen, weißen Wolken unterscheiden sich die Begrüßungen ebenfalls. Bei den Maori, dem indigenen Volk Neuseelands, werden die Stirn und die Nase aufeinander gepresst. Die Begrüßung heißt deshalb „Hongi“, weil der „Atem des Lebens“ („Ha“) ausgetauscht und die Seelen der beiden Begrüßenden in Berührung gebracht wird. Typischerweise gibt man sich in Neuseeland aber nur die Hand und begrüßt den anderen mit einem schlichten „Hello“ oder „Hi“.

  1. Äthiopien – ein komplettes Ritual

Küsschen auf die Wange sind zur Begrüßung ein Muss. Gute Bekannte werden mindestens dreimal auf die Wange geküsst, allerdings wird dies auch, je nach Bekanntheit, angepasst, sodass es auch nicht selten vorkommt, dass zehn oder mehr Küsschen verteilt werden. Allerdings ist der Händedruck die Begrüßung des formalen Rahmens. Doch damit ist die Begrüßung nicht beendet. Es folgen viele Fragen zum Wohlergehen des Gegenübers und auch seiner Familie. Diese werden stets positiv beantwortet.

  1. Frankreich, viele Unterschiede sind zu beachten

Frankreich ist zwar als Land der Küsse bekannt, jedoch gibt es auch einige Unterschiede. Der berührungslose Kuss wird gern benutzt. Dabei ist der Kuss eben kein richtiger Kuss, sondern nur ein Hauch dessen. Dieser wird aber eher unter Menschen ausgetauscht, die sich kennen oder einem gleichen Stand angehören. Ist der Gegenüber eher unbekannt, reicht zur Begrüßung auch ein Händeschütteln. Es ist zwar eher unüblich, trotzdem sollte der Händedruck nicht allzu kräftig sein. Dazu setzt man das altbewährte Bonjour ein, denn dass Salut nutzt man eher unter Bekannten.

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  1. Die Begrüßung in der Schweiz

Auch in der Schweiz verteilt man vielfältige Küsschen. Unter guten Freunden, meist aber nur noch von jungen Menschen benutzt, wird die Wange links, rechts und wieder links geküsst. In der französischsprachigen Region wird man allerdings nur zweimal geküsst. Trotz dessen begrüßt man sich meist per Handschlag, was grundsätzlich der Begrüßung in Deutschland ähnelt.

Sicherlich haben Sie auch schon einmal das typische „Gruezi“ gehört. Die Verwendung diesen sollte man sich allerdings gut überlegen. Von dem einen wird es als Anbiederung betrachtet, von dem anderen als nette Geste.

  1. Belgien – ein schwieriges Verhältnis

Der angedeutete Wangenkuss dient zur Begrüßung zwischen guten Bekannten. Man beginnt auf der linken Seite und küsst dreimal in die Luft. Wer im Urlaub in Belgien unterwegs ist, sollte aber auf regionale Eigenheiten Rücksicht nehmen. Das Verhältnis von Flamen und Wallonen ist nämlich alles andere als entspannt. Deshalb sollte man stets drei Regeln beachten: Nie mit einem Flamen französisch sprechen, mit einem Wallonen nie niederländisch sprechen und nie deutsch sprechen, es sei denn Ihre Reise führt in die deutschsprachige Enklave im Osten des Königreiches. Allerdings macht man mit einem sanften Händeschütteln auch nichts falsch.

  1. Umarmungen statt Küsse im Land der Superlative

Klar, wer sich benehmen kann macht sich Freunde. Dies gilt auch für die USA. Das erste Kennenlernen fällt oft herzlich und locker mit einem kräftigen Händeschlag und einem freundlichen „Hello, how are you?“ aus. Allerdings sollte man darauf nur kurz und bündig antworten. Den üblichen Wangenkuss sollte man aber grundsätzlich vermeiden. Er ist unüblich und bringt zu viel Nähe mit sich. Gängig ist dagegen zur Begrüßung stattdessen die Umarmung.

  1. Begrüßungen im freundlichen Griechenland

Typischerweise begrüßt man sich per Händedruck im Land der Götter, gute Freunde nutzen auch gern mal eine Umarmung mit Wangenküsschen, unabhängig vom anderen Geschlecht. Allerdings grüßen die Griechen auch viel und herzlich. So sollte man auch als Besucher die wichtigsten Begrüßungen kennen, denn es kommt gut an und entlockt den Menschen ein lächeln. Diese sind zum Beispiel „ja sas“ – hallo; „kalimera“ – guten Tag und „kalispera“ – guten Abend.

  1. Einfache Regeln in der Slowakei

Wie auch in Deutschland reicht man sich in der Slowakei die Hand zur Begrüßung. Wenn mehrere Personen begrüßt werden, sollten sich dabei die Hände aber nicht überkreuzen. Bei der Verabschiedung umarmen Männer und Frauen sich oft oder küssen sich auf die Wange. Häufig begrüßen ältere Herren die Damen mit einer abgewandelten Form des „Küss die Hand“, welches übrigens aus Österreich kommt. Dabei wird allerdings nur noch der Anfang des Satzes „bozkavam“ („Ich küsse“) ausgesprochen. Das dazugehörige „Ihre Hand“ wird weggelassen und auch der Handkuss an sich wird nicht mehr ausgeführt.

  1. Handküsse in Österreich

Österreich ist als „Land der Berge“ und „Land der Strome“ bekannt. Berühmt ist es aber für den formvollendeten Handkuss. Seinen Ursprung hat er allerdings in Spanien, wo er Teil des Hofzeremoniells war. Die Habsburger brachten ihn nach Österreich, wo er auch heute noch recht verbreitet ist, vor allem in der Wiener Ballsaison, und mit einer gewohnheitsgemäßen Grandezza (würdevolle Eleganz der Bewegung) in allen Ständen vollzogen wird.


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